Mittwoch, 23. November 2011

"Tanz unter Sternen" von Titus Müller

Ein wunderbares Buch, das sich wie im Flug las und wo die Rezi sich praktisch von selbst schrieb:

Ein spannendes, anrührendes, dramatisches Schauspiel, dieser „Tanz unter Sternen“, den Titus Müller die Figuren in seinem Titanic-Roman aufführen lässt. Man kann nicht anders, als ihnen gebannt Stunde um Stunde zuzusehen, wie sie über die Seiten wirbeln – lebendig, vielschichtig, hin-und hergerissen zwischen tausend Wünschen, beinahe atemlos von dem Versuch, mit dem Tempo der Weltgeschichte mitzuhalten. Benahe atemlos taucht man am Ende auch selbst wieder auf, sieht sich mit ganz fremden Augen um und muss sich erst wieder einfinden in das Heute, das Jetzt. Eine zarte und wilde, herrliche Reise – kauft Eintrittskarten, bevor das Schiff ohne euch ablegt!

Die ganze Rezi wie immer hier:  Literatopia


Unbedingt empfehlenswert, sagt
Eure hochbegeisterte

Lilach

Donnerstag, 17. November 2011

Schreibjournal: Baby Zwei ist auf der Welt

Mein zweiter Roman ist jetzt aus dem Haus und in den (hoffentlich liebevollen) Händen der Lektorin - geschrieben in der Rekordzeit von drei Monaten (neben Vollzeitarbeit, bitte sehr ;-)) und trotz grässlicher Bronchitis rechtzeitig zum Abgabedatum fertiggestellt. UFF!

Es ist nicht das "Wind und Feuer", von dem ich hier zwischendurch ein wenig berichtet habe, obwohl sich bei dem auch einiges tut, was aber noch nicht spruchreif ist. Nein, Nummer zwei ist ein historischer Roman, der mir sozusagen dazwischen sprang - ich glaube, ich habe schon kurz davon erzählt. Als Erscheinungstermin ist der September 2012 vorgesehen. Bis dahin wird natürlich eifrig daran gefeilt und gebastelt. Aber ich bin schon jetzt unsäglich erleichtert, dass ich ihn überhaupt in der Rohfassung fertig bekommen habe. Einmal wegen der zeitlichen und gesundheitlichen Probleme; aber vor allem, weil er es mir zwischendurch furchtbar schwer gemacht hat und ich das Gefühl hatte, abzusaufen. Nun, ich bin noch hier, wie man sieht, wenn auch sozusagen patschnass und nach Luft schnappend. Aber ich glaube - es wird ein gutes Buch. 

Übrigens, obwohl es kein Fantasyroman ist, spielt doch nach wie vor ein Märchen eine gewisse Rolle ... ;-)

Mehr demnächst, es grüßt Euch -
Lilach

Die Löwin von Kilima (Ellen Alpsten)

Nach gewisser Pause nun eine neue Rezension von mir:

„Die Löwin von Kilima“ ist ein flott geschriebener Romantikschmöker vor exotischer Kulisse. Ein Urlaubsbuch, in dem sich ärgerliche Klischees und überraschend andere Töne ungefähr die Waage halten. Die Geschichte ist spannend erzählt, aber so effektbeladen, dass sie den Blick auf das Eigentliche meistens verstellt: auf Kenia selbst, das in diesem Buch leider viel zu kurz kommt. Ein ordentlich gemachter Roman, der mehr hätte werden können."

Die ganze Rezension gibt es wie immer bei Literatopia: Zur Rezension


Wenn alles klappt, dann kommt in absehbarer Zeit auch ein kleines Interview mit der Autorin Ellen Alpsten.

Als dann!
Lilach

Montag, 10. Oktober 2011

"Ehrenmord" und "Cherubim"

Wie versprochen, trotz Buchstresses habe ich es endlich geschafft, meine beiden überfälligen Rezensionen hochzuladen:

"Cherubim" von Kathrin Lange (Mittelalter-Krimi)


„Cherubim“ entfaltet beim Lesen farbenprächtige Schwingen, deren Flügelschlag uns den Hauch der Geschichte ins Gesicht treibt: voller aufregender, fremder, seltsamer Gerüche, aber auch voller Nuancen, die uns vertraut berühren. Eine ungewöhnliche, fesselnde Mischung, spannend und professionell erzählt.

Rezension bei Literatopia










"Ehrenmord" von Matthias Deiß und Jo Goll (Sachbuch)
 
“Ehrenmord“ ist ein wichtiges Buch. Es beschäftigt sich mit dem gewaltsamen Tod eines Mädchens, das zwar kurdischer Herkunft war, aber hier in Deutschland, neben uns, ermordet wurde. Es versucht, die Gründe zu beleuchten, indem der Täter und die Familie des Mädchens befragt werden. Bei der Beantwortung der Frage nach dem „Warum“ scheitert es letztlich, aber es wirft auf dem Weg dorthin viele wichtige weitere Fragen und Erkenntnisse auf, mit denen die deutsche Gesellschaft sich noch wird beschäftigen müssen.

Rezension bei Literatopia









Schreibjournal: In den letzten Zügen

Es war in der letzten Zeit recht still hier im Blog, ich kämpfe nämlich immer noch mit dem historischen Roman, den ich sozusagen "zwischengeschoben" hatte. Natürlich ist alles wieder viel komplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte. Ständig verwickelt sich die Geschichte irgendwo, verzwirbeln sich Fäden, die sich nicht verzwirbeln sollten, und muss ich wieder mich wieder ins Internet stürzen, um noch eine und noch eine UND NOCH eine Detailfrage zu recherchieren. Uff.

Immerhin scheint sich das Ganze jetzt endlich einem vorläufigen Ende zu nähern - das wird auch dringend Zeit, denn als Abgabetermin ist der 31.10. ausgemacht. Keine Sorge, ich liefere pünktlich, liebe Frau Thoms! ;-) Das tue ich nämlich immer, wenn es mich auch schier umbringt.

So, jetzt verlinke ich nur noch schnell zwei längst überfällige Rezensionen, und dann verabschiede ich mich wieder. Ab nächste Woche, denke ich, wird es auch wieder etwas "inhaltlichere" Blogbeiträge geben.
Als dann!
Eure Lilach

Donnerstag, 18. August 2011

Das leuchtende Mittelalter (Jaques Dalarun, Hrsg.)

Ein großartiges Sachbuch aus dem Primus-Verlag, das ich gerade rezensieren durfte, für alle Mittelalter-Interessierten unbedingt empfehlenswert. Mein Fazit:

"Das leuchtende Mittelalter ist ein wunderbares Buch für interessierte Laien, die sich nicht mit mittelalterlichen Stereotypen zufrieden geben wollen. Die herrlichen Abbildungen laden zum Versinken in fernen Gedankenwelten ein, die sehr gut lesbaren Texte liefern einen wissenschaftlich fundierten Unterbau dazu. Ein Buch, das begeistert, über viele Schmöker-Abende hinweg."

Im französischen Original gab es das Buch schon länger, nun aber eben auch in sehr schöner deutscher Übersetzung.

Die ganze Rezension gibt es wie immer hier:

Literatopia

Als dann!
Lilach

Montag, 15. August 2011

Lesergedanken zu Juli Zeh

Neulich habe ich ein paar freie Abende benutzt, um endlich zwei Bücher zu lesen, die bei mir schon lang herumliegen: "Adler und Engel" und "Alles auf dem Rasen", beide von Juli Zeh, die inzwischen wahrscheinlich jeder kennt. Das erste ist ihr Debütroman, das zweite eine Essaysammlung zu unterschiedlichen Themen.

Für mich ist "die Zeh" besonders interessant, weil wir uns von der Biographie her so ähnlich sind: Beide Jahrgang 1974, beide Juristinnen, beide Schwerpunkt Völkerrecht. Lustigerweise haben wir auch beide bei demselben Jura-Aufsatz-Wettbewerb gewonnen, in unterschiedlichen Jahren. Sie hat allerdings die Juristerei eher an die zweite Stelle gerückt, hat in Leipzig Literatur studiert und betreibt ihre Promotion nach eigener Aussage "als Hobby", wenn ich mich recht erinnere. Na, und natürlich schreibt JZ "richtige Literatur", die "richtige Buchpreise" bekommt. Während ich mir so meine verträumten kleinen Welten zusammenspinne, wo man schon sehr tief graben muss, um zeitgeschichtlich Relevantes zu finden (immerhin, man kann es finden, wenn man will ...) ;-)

Jedenfalls, ich hatte viel erwartet oder vielleicht sogar gefürchtet - immerhin wurde JZ vom "Focus" neulich unter die fünfzig wichtigsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart gerechnet. Aber das Gefühl nach dem Lesen beider Bücher war - eigenartig, verwundert. Ich weiß nicht, was genau ich erwartet hatte ... Es muss  mehr gewesen sein oder doch etwas deutlich anderes.

Die Grundidee von "Adler und Engel" ist interessant - der junge, karrieregeile Völkerrechtler, der hinter seiner Top-Kanzlei und deren internationalem Wirken üble Machenschaften entdeckt, plus rührend-sonderbare Liebesgeschichte, Drogenverwirrungen und dergleichen obendrauf - aber, nun ja: Das Grundthema ist spätestens seit "Die Firma" ja doch hinlänglich bekannt. Und dass das "Außen hui, innen pfui" auch auf  vordergründig so menschenfreundliche, friedenschaffende Organisationen wie UN und EU zutreffen kann,  ist nicht wirklich überraschend. Dabei liegen die eigentlichen Schwierigkeiten auf dem Gebiet der internationalen Zusammenarbeit vielleicht weniger in der Verzahnung von Politik, Recht und Drogenhandel, wie "Adler und Engel" das exemplifiziert - mir scheint das Ganze doch wesentlich komplizierter zu sein. Gerade von einer Völkerrechtlerin hätte ich eigentlich eine subtilere, vielschichtigere Herangehensweise erwartet. Aber vielleicht ist es just dieses "Geradeausstreben", was die Kritik so wunderbar "ruppig" und "mutig" fand ...? 
Ich fand es nicht, weder das eine noch das andere. Ja, manches an den Figuren hat mich berührt, manche Ideen waren nachdenkenswert; und vielleicht kann man eigentlich gar nicht mehr erwarten als das. Aber ich habe andererseits wesentlich "schlechtere" Bücher gelesen, will sagen: ohne Preise und ohne begeisterte Besprechungen in FAZ und SZ und wie sie alle heißen, die einen wesentlich tieferen Eindruck hinterlassen haben.

Der Essayband "Alles auf dem Rasen" hat mich nur noch verwirrter zurückgelassen. Ja, die Artikel sind intelligent und gut geschrieben, nun, davon war ich schon ausgegangen bei einer Schriftstellerin und Juristin. Und die sehr dezidierten Meinungen, die JZ zu allen möglichen Themen vertritt, sind natürlich deutlich angenehmer zu lesen als politisch korrektes Herumgeeiere, wie man es sonst so oft ertragen muss. Aber - hatten wir im Jurastudium nicht eigentlich mal gelernt, alles von mindestens zwei Seiten zu betrachten? Ist denn Provokation alles, worauf es heute ankommt? Und wenn  - wäre es dann nicht vielleicht spannender, etwas wirklich Provokantes zu lesen statt einfach nur eine bestimmte Meinung zu einem bestimmten Thema, besonders vehement vertreten?

Um ganz ehrlich zu sein: Ich bin eigentlich ratlos, was ich mit diesen beiden Büchern für mich anfangen soll. Selbst jetzt, etliche Zeit nach der Lektüre, frage ich mich immer noch, was ich wohl aus ihnen lernen, "mitnehmen" könnte, wie man so sagt. Dass die Welt unter der Oberfläche ein noch viel unerfreulicherer Ort ist, als man so vermutet? Dass es auf den Internaten hierzulande noch schlimmer zugeht, als man schon immer geahnt hat? Dass Laien und Juristen sprachlich nie auf einen Nenner kommen können und Frau Merkel zwar eine erfreulich weibliche, aber nicht unbedingt eine gute Bundeskanzlerin ist? 

Hm ... auf die Gefahr hin, naseweis zu wirken: Das wusste ich schon.

Als dann für heut -
Lilach

Freitag, 5. August 2011

Neues Sommerprojekt - im Tiefschnee ;-)

Das ist mal eine bemerkenswerte Erfahrung: Am bislang schwülsten Tag des Jahres 2011 habe ich mit den ersten Zeilen eines neuen kleinen Romans angefangen, der im tiefsten Winter spielt ...

Da "Wind und Feuer" jetzt erstmal gut und trocken beim Verlag liegt (und angesichts der Sommerpause dort bestimmt auch noch ein Weilchen dösen wird), konnte ich mir für die letzten zwei Monate dieses Jahres, die ich zum Schreiben haben werde, ein neues Projekt suchen - d.h., ich konnte eines aufgreifen, was schon seit einer Weile angedacht ist. Der Verlag ist klein und sehr, sehr freundlich, schon die Vorbesprechungen haben großen Spaß gemacht. Es ist ein ganz neues Gefühl, einmal mit einem so überschaubaren Unternehmen zu tun zu haben und nicht mit einem (wenn auch durchaus netten) Giganten wie Heyne / Randomhouse. Ich glaube, ich werde in der nächsten Zeit verstärkt auch danach schauen, solche neuen Dinge auszuprobieren. Es ist spannend, und ich denke, für die Weiterentwicklung auch notwendig.

Ich freue mich also sehr über dieses neue Projekt und fühle mich gleichzeitig ziemlich unter Druck. Erstens ist die Zeit so knapp - bis Ende September, maximal Anfang Oktober müsste ich schon 200 Seiten hinbekommen, viel länger soll "der Neue" auch nicht werden. Zweitens ist es gerade diese neue Kürze, die nicht ganz einfach zu handhaben ist, wenn man ein verträumter Bildermaler ist wie Eure Lilach ;-) Es ist eigentlich eine positive Herausforderung - ich bin schon ganz gespannt darauf, wirklich dichte Szenen anzulegen und alles immer noch mehr zu konzentrieren -  aber ich fürchte mich auch davor. Dass es schief geht, natürlich. Und es ist auch wirklich so, wie Goethe, glaube ich, einmal einem Freund schrieb: "Heute fasse ich mich lang, ich habe keine Zeit" - kurz und prägnant zu schreiben, braucht viel länger, als erst einmal gemütlich vor sich hin zu fabulieren (und dann nachher einzudampfen). Dafür muss man nämlich wissen, worüber man eigentlich in der Hauptsache schreibt; was das Wesentliche der Geschichte ist. Aber das finde ich persönlich meist erst im Lauf der Geschichte selber heraus ... Sie erzählt es mir, so nach und nach. Und nun graue ich mich davor, dass ich diese Geschichte zu sehr unter Druck setzen muss - weil ich unter Druck bin. Und dass ich ihr leises Flüstern vielleicht nicht rechtzeitig verstehen lerne.

Andererseits, es ist ja nicht der Verlag, der mich hetzt, das bin ich selbst bzw. sind die äußeren Umstände. Wenn alles anfangen sollte, sich zu sperren, dann denke ich, dass diese lieben Leute die letzten sein werden, die mich scheuchen. Glücklicherweise kann man kleinere Sachen im Verlagsprogramm ja auch immer leichter unterbringen als längere Romane. Insofern ... Es gibt eine Rettungsleine. Aber ich würde es so sehr gerne schaffen, ohne sie benutzen zu müssen ... Und wenn ich demnächst die Leseprobe hinschicke, sollte die ja auch schon in Ordnung sein und nicht im Sinne von: Das ist jetzt nur so ungefähr, mache ich nachher alles noch ordentlich ... Sonst platzt das schöne Projekt noch, was mir sehr, sehr leid tun würde.

Worum wird es gehen? Der neue Roman, der hiermit den zugegeben seltsamen Codenamen "Icicle" bekommt, wird meine zweite Märchenadaption, aber wohl deutlich freier als der "Schwan" - und auch nicht als All Ager angelegt. Das wird ein Erwachsenenbuch, so viel steht schon mal fest. Und auch keine Fantasy, jedenfalls nicht im üblichen Sinn. Obwohl man natürlich bei einer Märchengrundlage die eine oder andere "magische Komponente" kaum wird weglassen können ... Nun, das werdet Ihr dann schon sehen ;-) Hauptfigur ist diesmal wieder eine Frau - bei "Wind und Feuer" war es ein Junge - und zeitlich geht es, vom "Schwänchen" aus gesehen, noch ein wenig nach rückwärts. Das zugrunde liegende Märchen ist eins, dessen Primäraussage ich ganz abscheulich finde und dementsprechend in eine neue Richtung weiterzuentwickeln gedenke - Ihr könnt ja mal raten, welches es ist ;-) Die Motive und unterschwelligen Bedeutungen sind allerdings sehr, sehr schön und klassisch. Ich hoffe, ich kann ihnen gerecht werden.

Kramt also die alten Märchenbücher schon mal wieder raus - das ist sowieso eine gute Idee, oder nicht? Wundert und schaudert Euch ein bisschen in den Sommerferien, wie damals als Kind. Ich werd's bestimmt tun!

Auf bald diesmal -
Eure
Lilach


Mittwoch, 20. Juli 2011

Original-"Gaunerzinken" aus vergangenen Zeiten

So oft bin ich schon danach gefragt worden, nun schaffe ich es endlich einmal: In diesen Post setze ich für alle Interessierten ein paar echte alte "Gauner-" oder "Zigeunerzinken" mitsamt ihren Erklärungen. Sie stammen aus dem Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik (gruseliger Titel, wenn man es recht bedenkt ....) von 1899, wenn ich mich nicht sehr täusche. Ich schaue aber in den nächsten Tagen sicherheitshalber noch mal genauer nach. Und dann kommen auch vielleicht noch ein paar mehr Zinken dazu.

Für jetzt, damit Eure Neugier endlich wenigstens annähernd gestillt werde - hier sind vier Stückl aus der Sammlung:

Namenszinken eines gewissen Draxl, Marktdieb

Namenszinken eines Herrn namens Weid

Der mit dem Zinken "Mandl" war eingesperrt, ist durchgegangen und wieder zu neuen Taten bereit. Die beiden Tiere sind ev. Zinken seiner Kameraden, nach denen er sucht oder die er damit anruft.

Der mit dem Zinken "P" ging am 30.05.1833 hier nach rechts.

Wirklich faszinierend, oder? Ich stöbere, wie gesagt, demnächst nach mehr Beispielen.

Es gab viele verschiedene Arten von Zinken, einige sieht man hier schon: Namenszinken, wie das gute alte "Otto was here" heute, oder eben Bewegungszinken. Aber auch solche, die kleine Geschichten erzählen, wie der über den Herrn namens Mandl.

So, das muss reichen als erster "Einstieg" ;-) -
als dann,

Lilach

Dienstag, 19. Juli 2011

"Besteller" von Valentine Honeyman


Oh weh, wie es scheint, schaffe ich im Moment kaum etwas anderes als eine gelegentliche Rezension - und mein armes eigenes Buch bleibt liegen und weint ... ;-)

Nun ja, immerhin besser als gar nichts. Und in diesem Fall wieder einmal: recht viel besser sogar! Ein amüsantes kleines Buch, mit dem ich da etwas Zeit verbringen durfte. Hier ist mein Fazit zu "Bestseller", der ganze vier von fünf Sternen abgestaubt hat - einfach, weil er so sehr komisch ist:

Ein spitzzüngiger, wortwitziger Unterhaltungsroman voller skurriler Figuren, die wie auf einem bunten Jahrmarktskarussell durch die Geschichte wirbeln, mitreißend und sehr amüsant. Neue, tiefsinnige Erkenntnisse zur menschlichen Spezies sind hier zwar nicht zu gewinnen, waren aber auch nicht unbedingt zu erwarten. In diesem Sinne: Enjoy the ride!
 
Die ganze Rezension findet man hier: Rezension bei Literatopia

Als denne!
Lilach die Fleißige

Freitag, 15. Juli 2011

"Hexengold" von Heidi Rehn


Eine neue Rezension zu einem überraschend guten historischen Frauenroman - wie heißt es doch so weise? "Don't shut your book by it's cover" ... In diesem Fall bin ich sehr froh, dass ich es nicht getan habe. Mein Fazit:

„Hexengold“ ist ein erfreulich ungewöhnlicher Roman, der anfangs allerdings seine Zeit braucht, bis er vor allem sprachliche Schwächen überwinden kann. Danach überzeugt er aber, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bis zur letzten Seite mit vielschichtigen, interessanten, lebendigen Personen, deren Schicksal den Leser tatsächlich berührt – und das nicht nur oberflächlich. Man freut sich auf das nächste Buch der Autorin und wünscht nur ihrem Lektorat eine etwas festere Hand, was das Handwerkliche anbelangt."

Die ganze Rezension gibt es wie immer bei Literatopia:

Zur Rezension

Viel Spaß beim Lesen - als dann,
Lilach

Freitag, 1. Juli 2011

Neues Interview!

Das freundliche kleine Literatur- und Kreativforum "Alles oder Nichts" hat mir ein paar schöne Fragen gestellt:

Zum Interview

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 23. Juni 2011

"Meine" Mina im Web - und weitere großartige Bilder um 1900

Lange Zeit hatte ich den Link verbummelt, aber jetzt habe ich ihn endlich wiedergefunden - den Link zu einem alten Foto, auf dem ein Mädchen im Konfirmationskleid zu sehen ist, das für mich "meine" Mina darstellt. Hier findet man sie:


Wenn irgendjemand wissen sollte, wer dieses Mädchen wirklich war - es wäre toll, wenn derjenige es mir schreiben würde. Ich habe so oft und so lange in dieses Gesicht geschaut ...

Auf der zugehörigen Seite wimmelt es übrigens nur so von großartigen Bildern aus Minas Zeit, es war eine Ausstellung, wenn ich das richtig verstanden habe. Unbedingt sehens- bzw. surfenswert! Hier ist nochmal der Einstiegslink:


Viel Spaß beim Herumstöbern dort, es lohnt sich wirklich.
Als dann!

Lilach

Mittwoch, 22. Juni 2011

"Könige der ersten Nacht", Bernhard Hennen

Lilach war fleißig und hat gleich noch die nächste ausstehende Rezension fertig gemacht, zu obigem Buch, das mir durchaus viel Lesevergnügen bereitet hat. Ich würde umso lieber auch ein Bild des Covers einstellen, das scheint aber heute nicht zu funktionieren.

Hier aber wenigstens mein Fazit:

„Könige der ersten Nacht“ ist ein gekonnt geschriebener, spannend erzählter und sorgfältig recherchierter historischer „Männer-Roman“, der aber nicht in die Falle exzessiver Gewaltschilderungen tappt. Gut gemachte Unterhaltung für etliche vergnügliche Stunden, verbunden mit einer unaufdringlichen Nachhilfelektion in mittelalterlicher Geschichte.

Vier von fünf Sternchen, ganze Rezension gibt es hier:

Rezension bei Literatopia

Ich habe persönlich-menschlich eine ganz große Zuneigung zu Bernhard Hennen - 2009, beim Heyne-Finale, war er ja Mitglied der Jury; und er hat damals so sanft und freundlich mit uns Frischlingen gesprochen, dass er mir wenigstens die allerschlimmste Angst vor der Lesung damit genommen hat. Werd ich nie vergessen.

Als dann!
Lilach

Dienstag, 21. Juni 2011

"Die Tochter der Seidenweberin", Ursula Niehaus

Nach kleiner Pause heute wieder eine neue Rezension von mir für Literatopia - ab jetzt sogar mit Buchcover, sieht doch wesentlich hübscher aus.

Fazit zum Buch:

„Die Tochter der Seidenweberin“ ist ein klassischer historischer Frauenroman, handwerklich solide gearbeitet, gut und leicht zu lesen, der allerdings an einigen typischen Schwächen des Genres und des Charakters als Nachfolgeband krankt.

Wie man erkennt, wurde ich nicht recht warm mit diesem Buch, was mir sehr leid getan hat - weiß ich doch inzwischen aus eigener Erfahrung, wie sehnlich man sich gute Besprechungen wünscht. Aber: Was wahr ist, muss wahr bleiben. Und so ergab sich am Ende nur eine mittelprächtige Bewertung. Weil Frau Niehaus' Vorgängerband vom Verlag als "Bestseller" apostrophiert wurde, hoffe ich allerdings, sie nimmt's nicht allzu tragisch ;-)

Wer gern mehr wissen will, findet's hier:

Rezension bei Literatopia

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 16. Juni 2011

Schreibjournal 16. Juni 2011: der große Abscheu, Phase 1

Nun ist es wieder soweit: "Wind und Feuer" liegt stumm auf meinem Schreibtisch, und allein der Gedanke, es anzufassen und weiter zu schreiben, widert mich an. Ach, muss das denn wirklich jedesmal so sein? Immer wieder diese Phasen, in denen man alles einfach nur noch schlecht findet, langweilig, deprimierend und unplausibel? In denen man jeden Satz, jedes einzelne Wort abgrundtief verabscheut? Warum eigentlich?!

Es war wirklich einfacher, als ich noch nur so für mich geschrieben habe. Da konnte ich Schluss machen, wann ich wollte. Alles in die Ecke pfeffern, wenn's mich angeekelt hat. Manchmal, wenn ich es dann Monate später wieder ausgegraben habe, war es dann vielleicht gar nicht mehr so furchtbar schlecht - manchmal schon. Aber ich konnte ja in jedem Fall einfach was Neues anfangen ...

Die Option ist nun dahin, niemand will Bücher, in denen ständig neue Geschichten anfangen und andere nie zu Ende erzählt werden. Ich auch nicht. Aber es ist so furchtbar deprimierend, sich durch Seite um Seite zu ackern und dann beim Wieder-Lesen alles mistig zu finden. Woher kommt das nur? Und wieso breche ich beim Schreiben ständig meine eigenen Regeln, ohne es zu merken? Da gibt es zum Beispiel bestimmte Wörter, die ich eigentlich nicht leiden kann; ich glaube, jemand hat sie mal "Faulheitswörter" genannt, bestimmte Adverbien meistens. Warum tauchen die trotzdem immer wieder auf? Wer schreibt die da eigentlich rein?? Ich kann es ja nicht sein, ich mag sie ja nicht. Irgendein grässlicher Kobold hockt da offenbar in meinem Kopf und tippt und kichert vor sich hin ...

Es muss an der Müdigkeit liegen, diesem endlosen grauen Meer, in dem ich jeden Tag ein bisschen mehr ertrinke. Aber was soll ich machen? Wenn ich die Geschichte nicht erzähle, so gut, wie ich es eben kann, wird es kein anderer tun. Ich habe ihr erlaubt, aus dem großen Geschichtenstrom in meinen Kopf zu sickern, und nun bin ich für sie verantwortlich, ob ich will oder nicht. Es ist wie ein Versprechen, das man der Phantasie gibt; ein Versprechen, das nicht gebrochen werden kann. Die Geschichten wollen erzählt werden. Und deshalb muss man sie erzählen.

Und vielleicht, vielleicht taucht dann doch irgendwann, irgendwo einmal ein einzelner Satz auf, der nicht ausschließlich grauenvoll ist ... ein hübsches Wort, das einen guten Klang mitbringt ... ein Bild, das sich richtig anfühlt. Darauf muss man warten. Denn dann geht es weiter.

Uff!

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 9. Juni 2011

Zweiter "Phantast" ist da!

 Und noch eine kleine, aber feine Meldung aus der weiten Welt der Literatopia: Der neue "Phantast" ist gerade erschienen. Mit vielen lesenswerten Besprechungen und Artikeln und wunderschönen Grafiken. Zum Herunterladen gibt's ihn hier als PDF:



(Wow, ich habe es geschafft, den Link zum Cover einzufügen ... ;-))

Viel Spaß beim Durchstöbern - als dann!
Lilach

Schreibjournal 09. Juni 2011: Recherchedetails

Wie schon im vorigen Post kurz angedeutet, bei "Wind und Feuer" habe ich nun, kaum, dass es als Vorschlag an den Verlag rausgegangen ist, einige Details ändern müssen. Einfach typisch! Aber es ging nicht anders. Weil ich mir vorher natürlich wieder zu wenig wirklich genaue Gedanken über Zeiten und Orte gemacht hatte, ich blauäugiges Geschöpf (vielleicht taugt es ja als Entschuldigung, dass ich tatsächlich blaue Augen habe ...?). Zum Beispiel:

Ich wollte meine Leutchen aus dem ersten Schauplatz mit der Kutsche abreisen lassen. Erstens war ich mir noch nicht hundertprotzentig sicher, an welchen zweiten Ort denn genau - dazu habe ich schon einmal gepostet. Und zweitens war mir völlig unklar, wie schnell so eine Kutsche denn wohl fuhr - typischer Anfängerfehler. Für das "Schwänchen" brauchte ich das ja nicht zu wissen, da wird ja hauptsächlich per pedes durch Wald und Wiesen gestrolcht. Aber in "Wind und Feuer" ist es nun doch recht wichtig. Man möchte ja nicht eine Reise "ein paar Stunden lang" nennen, wenn sie in Wirklichkeit drei Tage gedauert hätte. Das sollte nicht sein.
Nun sind aber diese dussligen Kutschen tatsächlich furchtbar langsam gewesen, unvorstellbar. Das hat letzten Endes dazu geführt, dass ich mehrere Dinge ändern musste: Es gibt jetzt erst eine Zugfahrt (da wisst Ihr schon mal ein bisschen mehr über das Buch: Es gibt noch Kutschen, aber auch schon Eisenbahnen ... ;-)), da kommt man nicht drumrum. Und der wichtige zweite Schauplatz wird komplett verlegt, lustigerweise dorthin, wo ich ihn ganz zu Anfang eigentlich gesehen hatte. 
Ich konnte das Ganze auch gut verifizieren, habe nämlich liebste Verwandte aus der Gegend, die sich noch lebhaft an frühere Zeiten erinnern. Na, nicht bis ins Kutschenzeitalter, natürlich, aber immerhin.

Kurzzeitig war mir übrigens die Danziger Bucht vorgeschwebt, mit dieser entzückend eigentümlichen Halbinsel Hel oder Hela. Die war aus verschiedenen Gründen letztlich aber doch ungeeignet, unter anderem auch wegen der Entfernung - im Buch wie im Leben: Selbst mit Auto statt Kutsche ist es bis dort für mich ein bisschen weit, und ich möchte die Orte kennen, über die ich schreibe. Also: Adieu, Danziger Bucht, vielleicht ein anderes Mal!

Soweit für heut - als dann,
Lilach

Schreibjournal 09. Juni 2001: Nachtrag zum Alter bei Jugendbüchern u.a.

Es war nun tatsächlich genau so, wie ich es fast erwartet hatte: Alle Aufregung völlig umsonst, die Agentur mochte die beiden Hauptpersonen und ihr Alter einfach so, wie sie sind, und hat keinerlei Bedenken angemeldet. Uff! 

Nun liegt das Ganze beim Verlag - eine günstige Gelegenheit, gleich mal das eingeschickte Exposé umzuschreiben und auch die Leseprobe zu verändern! ;-) Habe ich natürlich gleich wahrgenommen, ich wusste schon, dass das passieren würde. War beim "Schwänchen" ganz genauso. Natürlich nix Wesentliches, das wäre dann schon problematisch, glaube ich. Aber eben doch einige Einzelheiten, die nicht ganz unwichtig sind. Aber dazu schreibe ich gleich noch etwas in einem eigenen Post.

Als dann!
Lilach

Freitag, 27. Mai 2011

Schreibjournal 27. Mai 2011: richtiges Alter bei Jugendbüchern

So, ein gutes erstes Teilstück ist geschafft, trotz aller Hindernisse. Gestern vormittag habe ich den ersten Packl Leseprobe (um 70 Normseiten) mit Exposé etc. an die Agentur geschickt, auf dass sie damit nach Gutdünken verfahre. Weil es natürlich wieder mal schrecklich viel zu ändern gab, kaum, dass ich dachte, der Teil sei nun so weit passabel, habe ich Augenringe wie ein Waschbär und ständiges Summen in den Ohren. Hm, das Summen kann allerdings auch der schnurrende Kater sein, der versucht, endlich mal meine Aufmerksamkeit zu erregen ...

Sehr ungewohnt für mich ist die Schwierigkeit, sich für das richtige Alter der Hauptfiguren zu entscheiden, und zwar in Relation zu den Lesern, die das Ganze einmal in die Hände bekommen sollen. Man sagt ja, bei Jugendbüchern sind die Leser etwa zwei Jahre jünger als die Hauptperson. Das hat etwas zutiefst Verwirrendes an sich:
Angenommen, die Hauptperson wäre fünfzehn, dann wären die Leser demnach etwa dreizehn Jahre alt. Schreibe ich dann nun aus der Sicht eines Fünfzehnjährigen, aber so, dass Dreizehnjährige es trotzdem verstehen können? Also: 15, wie man es sich mit 13 vorstellt? Oder 15, wie es wirklich ist? ODER 15, wie es wirklich ist und wie ein Fünfzehnjähriger es auch verstehen würde?
Dazu kommt noch, ich habe zwei Hauptpersonen, ein Mädchen und einen (älteren) Jungen. Nach wem richte ich mich dann vom Schreibstil her?

Meinem Gefühl nach sind die beiden elf und dreizehn, und so habe ich, nach langem Hin und Her, das Ganze nun auch eingerichtet. Aber das fragende, nagende Gefühl bleibt: Wollen dann eventuell Neunjährige das Buch auch lesen? Meine Güte. Ich schätze, ich mache es mir wieder viel zu kompliziert. Aber es ist eben mein erstes (richtiges) Jugendbuch, und ich fühle mich Kindern gegenüber besonders in der Pflicht, alles so gut zu machen, wie ich nur kann.

Nun, ich werde erst einmal abwarten, was die Agentur Anfang nächster Woche sagt. Wahrscheinlich genau das: Mach es nicht so kompliziert, liebe Lilach. Am Ende entscheidet sowieso der Verlag, für welches Lesealter es geeignet sein soll.

Als dann für heut -
Lilach

Donnerstag, 26. Mai 2011

Renate Ahrens: "Fremde Schwestern"

Ein schönes, berührendes Buch, an das man noch lange denkt, wenn man es aus der Hand gelegt hat. Hat nur sehr, sehr kleine Macken. Meine Rezension findet Ihr hier:

Rezension bei Literatopia

Als dann!
Lilach

Mittwoch, 18. Mai 2011

Soundtrack: Orff, O fortuna

Das berühmte "O fortuna" aus der Carmina burana von Orff ist ein gutes Beispiel für ein emotional so starkes (und auch noch vokalisiertes) Stück, dass man meiner Erfahrung nach beim Schreiben die Finger davon lassen sollte. Ich habe vor einer Weile versucht, bei einem noch namenlosen Mittelalter-Roman die Einstiegsszene damit zu schreiben, musste es aber aufgeben. Diese Musik überrennt alle Empfindungen. Ich höre die Carmina burana seitdem immer mal wieder, wenn ich mir ins Gedächtnis rufen will, wie ein guter Mittelalter-Roman meiner Meinung nach wirken sollte: nämlich genauso wie diese machtvoll-menschliche Ode an das Schicksal.

Man findet die gesamte Carmina burana natürlich überall; mein persönlicher Favorit ist die Einspielung von Eichhorn.

Soundtrack: Grieg, In der Halle des Bergkönigs

Die "Halle des Bergkönigs" aus der Peer-Gynt-Suite von Grieg lieferte mir einen wunderbaren Hintergrund-Soundtrack für die Szenen mit dem wilden, bösen Pug. Das Stück dürfte allgemein bekannt sein, man findet es sonst aber auch fix in vielen Versionen bei Youtube oder als Hörprobe bei amazon.

Soundtrack: Seress, Das Lied vom traurigen Sonntag

Im "Schwan" gibt es eine Szene im Zusammenhang mit der Spieluhr, in der Mina über die Musik nachdenkt, die auf den Bällen ihrer Zeit so gespielt wurde. Sie erinnert sich daran, gehört zu haben, dass besonders sensible junge Damen bei bestimmten traurigen Stücken reihenweise in Ohnmacht fallen sollen ... Hier ist das Stück, das ich dabei - allerdings leicht anachronistisch -  im Ohr hatte; das berüchtigte "Selbstmordlied" der 1930er Jahre und Titelgeber eines wunderbaren Films:

Seress, Lied vom traurigen Sonntag

Die Melodie an sich ist schon arg tragisch, noch schlimmer wird es mit dem zugehörigen Text, der wohl später dazu kam. Billie Holiday besingt den "Gloomy Sunday" u.a. so:

Sunday is gloomy
My hours are slumberless
Dearest the shadows
I live with are numberless
Little white flowers
Will never awaken you
Not where the black coach
Of sorrow has taken you

Angels have no thoughts
Of ever returning you
Would they be angry
If I thought of joining you?

Gloomy Sunday ...

Soundtrack: Dvorak, Slawischer Tanz Nr. 2 e-Moll, Opus 72

... Das Stück habe ich im Post zum Schreibjournal  (Jugend-Fantasy-Buch "Von Wind und Feuer") schon erwähnt, ich sortiere es nun hier der Ordnung halber mit ein. Ein wunderbar romantischer, trauriger, seelenstreichelnder Tanz. Beim Suchen sollte man auf das richtige Opus achten, in der anderen Sammlung slawischer Tänze (Opus 46, glaube ich) gibt es auch eine Nr. 2, die meine ich allerdings nicht.

Hier kann man bei amazon reinhören:

Dvorak, Slawischer Tanz Nr. 2

Soundtrack - Leseranregung zum "Schwan": Loreena McKennitt

... Eine Sängerin, die mir bisher nur bei Freunden begegnet war, und zwar unwissentlich. Nachdem sie mir jetzt schon mehrfach empfohlen wurde als jemand, der zum "Schwänchen" passende Musik macht, habe ich mir einige Proben im Internet angehört und war sehr angetan. Besonders interessant finde ich ihre Experimente bei der Vermischung verschiedener musikalischer Kulturen.

Allerdings: zum Schreiben definitiv nicht zu empfehlen, da sie eine schöne, aber auch durchdringend hohe Stimme hat. Besser für hinterher, zum Träumen auf dem Balkon ;-)

Hörproben gibt es z.B. bei amazon, Name reicht als Suchwort völlig aus.

Dienstag, 17. Mai 2011

Gabor Steingart: "Das Ende der Normalität ...

... Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war."

Ein unbedingt lesenswertes Buch. Hier ist meine Rezension dazu:

"Das Ende der Normalität" - Rezension auf Literatopia

Als dann,
Lilach

Norddeutsche oder nordische Motive im "Schwan"

Ich bin jetzt schon so oft danach gefragt wurden, welche norddeutschen oder generell nordischen Sagen, Mythen, Märchen etc. ich denn nun im "Schwan" alles verwendet hätte, dass ich hier versuchen werde, eine kleine Übersichtsliste aufzustellen. Wahrscheinlich fallen mir auf Anhieb nicht alle ein, ich aktualisiere sie dann nach und nach. Etliche habe ich auch verändert, so dass sie für meine Geschichte taugten; oder sie nur hauchzart am Rand gestreift, eine Andeutung von ihnen sozusagen eingefangen und mit auf meine eigene Reise genommen. Von vielen weiß ich so aus dem Kopf auch den genauen Titel nicht mehr. 

Nun, wie dem auch sei, hier kommt, was mir spontan noch einfällt - hoffentlich mit ausreichend Hinweisen, um nachzugooglen, wenn man möchte:

  • Die "wilde Jagd" - ein  sehr alter, ich denke, mittelalterlicher Mythos, den es in vielen Ländern gibt. Kopflose und andere, jedenfalls verfluchte Reiter, die auf dem Sturmwind daher brausen. In den grausameren Versionen reiten sie z.B. auf glühenden Eisenpferden ...
  • Die "wegweisenden Blumen" - bei mir sind sie rot, wegen der Verbindung mit dem roten Pferd (s.u.), in der Originalsage sind sie, glaube ich, gelb. Sie weisen den Weg zu Schätzen.
  • Der "Schlangenkönig auf seinem Schatz" - mehrere Sagen, die ich zusammen gemischt habe. Eigentlich liegt unter dem Schlangenkönig, wenn ich mich richtig erinnere, eine goldene Wiege, kein Schlüssel wie im "Schwan". Ich habe auch tatsächlich eine Zeitlang mit einer solchen winzigen Wiege gearbeitet im Text. Aber sie war mir als Symbol schließlich doch zu arg offensichtlich.
  • Der "Finstre Stern" - Sage von einem mythischen König (ich habe leider vergessen, welchem), den sein Bruder erschlug, der in die Schlei fiel und dort starb und verblutete. An dieser Stelle tanzen die blauen Flämmchen auf dem Wasser, um an ihn zu erinnern. Ich glaube übrigens, diesen Ort gab oder gibt es wirklich in Schleswig-Holstein.
  • Der "böse, eingesperrte Pug" - Pugs oder Pucks sind natürlich ein uraltes und sehr häufiges Motiv aller nordischen Sagen und Märchen. Sie haben noch viele andere Namen, sind im Prinzip aber alles Herdmännchen, denke ich. Alles, was ich über den Pug schreibe, dem Mina begegnet, habe ich aus verschiedenen solcher alten Geschichten zusammengesammelt - das Einsperren mit dem Wagenrad z.B., oder das Verkaufen um weniger, als man selbst bezahlt hat.
  • Das "Teufelspferd" - bei mir ist es rot, ebenfalls eine alte norddeutsche Geschichte. Das Teufelspferd ist so wild, dass niemand es reiten kann, und wenn ich mich richtig erinnere, ist es auch ziemlich gefährlich.
  • Das "König und Holunder"-Motiv - ist ebenfalls mit einem Pferd verbunden. Nach einer Sage wächst an irgendeiner Kirche in Norddeutschland ein Holunder, von dem man sagt: Wenn er so hoch geworden ist, dass man auf einem Pferd aufrecht drunter durch reiten kann, dann wird ein sagenumwobener König zurückkehren, um seine letzte Schlacht um das Land zu schlagen. Nun ja, Holunder sind ja generell sehr beliebte Pflanzen in Märchen und Sagen. 
  • Der "Brutsee" - meiner Meinung nach die traurigste Geschichte. Diesen See, auf dem die ertrunkenen Bräute tanzen sollen, gibt es in Norddeutschland tatsächlich. Ich weiß allerdings nicht, ob es wirklich dieser reale See ist, auf den die Sage sich bezieht.
  • "Taterlock" und "Taterkuhle" - alte Bezeichnungen für Orte, die mit fahrendem Volk in Verbindung gebracht wurden. Im "Taterlock" oder "-loch" lagerten sie; es gibt auch einen Ort namens "Taterkoppel". In der "Taterkuhle" ertränkten sie angeblich ihre Alten, die beim Wandern nicht mehr mithalten konnten. Das plattdeutsche Gedicht im "Schwan", das ich an der zugehörigen Stelle bringe, ist ebenfalls alt und original. Ich habe es nur ein wenig angepasst.
  • Die "verfluchte Tänzerin" - auch Marthes Schicksal ist einer alten Sage entlehnt, in der das aufsässige Mädchen nicht aufhören wollte zu tanzen - und wenn auch der Teufel selbst käme, um es aufzufordern! Natürlich muss es dann zur Strafe in Ewigkeit mit dem Teufel tanzen ...
  • Die "Kielkröpfe" - das ist ein anderes Wort für Wechselbälger, also elfische oder jedenfalls irgendwie übernatürliche Wesen, die gegen die echten Menschenkinder in der Wiege ausgetauscht werden. Als Kielkröpfe sind sie die norddeutsche Variante. Werden sie entdeckt, schwimmen sie wieder davon.
  • Die "Nixen und Ekke Nekkepen" - bei Storm ist Ekke Nekkepen ein Feuermännchen, gewöhnlich aber ein Nix oder ein Meermann, in vielen Sagen auch der König aller Wasserleute. Meine Nixe ist ihm gegenüber allerdings von der emanzipierten Sorte, wie mir scheint ... ;-
  • Die Legende vom "Zigeunerkönig" - kein speziell norddeutsches Motiv, aber eines, das überall sehr verbreitet ist. Es gibt z.B. viele irische Volkslieder, in denen vornehme Damen oder Mädchen dem zerlumpten Zigeuner hinterher laufen, ihre Väter sie dann händeringend suchen - und sie schließlich in Schlössern voller Gold und Silber wiederfinden. Natürlich gibt es auch unter den Fahrenden selbst - einmal unabhängig von allen verklärten Märchen - Legenden, die mit dem Zigeunerkönig zu tun haben. Der allerletzte König der Roma soll sogar ein Grab haben, das man besuchen kann.
So, für heute muss das genug sein. Ich setze die Liste bei Gelegenheit fort.
Als dann -
Lilach

Schreibjournal 17. Mai 2011

Letzte Woche ist es natürlich alles genauso gekommen, wie alles eben immer so kommt. Fast meine sämtlichen (ohnehin spärlichen) Schreibzeiten wurden von anderen Dingen blockiert, die sich weder verschieben noch schwänzen noch sonst irgendwie vermeiden ließen. Und selbst da, wo ich mir schlau vorkam und dachte, ich könnte doch noch etwas Schreiben reinquetschen, war alles gegen mich verschworen: Auf einer endlos langen Zugfahrt wollte ich fleißig tippen, aber die Strecke war so grauenhaft schlecht, dass mir jedes Mal übel wurde, wenn ich auf den Bildschirm guckte. Der Zug ruckelte und schwankte und schlingerte, so etwas habe ich noch überhaupt nie erlebt. Da musste ich dann stundenlang frustriert aus dem Fenster starren stattdessen ...

Trotzdem habe ich wenigstens einen einzigen Termin mir erhalten können und an dem auch tatsächlich ein bisschen geschafft. Ich bin zwar immer noch an Schauplatz A, von dem ich nun meine Figuren auch bald mal weg bewegen muss; aber ich konnte einiges von dem abarbeiten, was vorgesehen war. Eigentlich finde ich das immer etwas mühsam, dieses Aufschreiben von Ereignissen, die ich schon ziemlich genau im Kopf habe. Es müsste eine Gedanken-Aufzeichnungs-Maschine geben, dann ginge alles schneller ;-)

Und es ist natürlich auch nicht so aufregend, wie Szenen zu schreiben, die man nur vage erahnt vorher, und wo man dann selbst von den Abläufen überrascht wird. Solche Szenen in den Rechner zu bringen, selber voller Spannung dazusitzen und wie wild zu tippen, damit man endlich erfährt, wie es denn weitergeht - das ist eigentlich das, was ich liebe am Schreiben. Andererseits habe ich da nun wieder die Erfahrung gemacht, dass solche Szenen sich auch gern in komplett ungeeignete Richtungen bewegen ... Vor allem auf die Sprache muss ich da ein waches Auge haben. Es gibt so Wörter oder auch ganze Sätze, die bestimmte andere einfach unbedingt hinter sich her ziehen wollen. Oder die sich aufdrängen, weil sie besonders schön klingen etwa. Es ist schon grausam, wenn man ihnen dann sozusagen die Tür weisen muss. Aber manchmal leider notwendig. Wenn Sprache und Handlung nicht in dieselbe Richtung steuern, stimmt halt irgendetwas noch nicht und muss korrigiert werden.

"Wind und Feuer" ist aber recht brav in dieser Hinsicht. Trotz aller äußeren Widrigkeiten komme ich gut voran und musste bisher nicht arg viel im laufenden Prozess korrigieren. Es macht auch überraschend viel Spaß, wegen der anvisierten Kinder-/Jugendlichenleserschaft eher etwas schlichter zu schreiben als im "Schwan". Obwohl der "Schwan" bei mir von der Handlung her eigentlich auch immer ein Jugendbuch war ... Gut, aber bei "Wind und Feuer" stelle ich mir die Leser definitiv jünger vor. Manchmal ist mir schon so, als könnte ich einen oder zwei davon sehen, als würde ich ihnen die Geschichte erzählen, während ich tippe, und sie stupsen mich an und fragen: "Und dann? Und dann?!"

Und dann??! Tja, frage ich mich auch ;-) Sobald ich mit Schauplatz A fertig bin, werde ich wohl endlich entscheiden müssen,  wo genau Platz B sein wird. Ich weiß es zwar, eigentlich; aber ein paar abweichende Kleinigkeiten dazu, die mir nebenbei noch einfielen, haben sich als überraschend hartnäckig erwiesen. Ich werde einfach die Augen zumachen müssen und mir den Ort genau anschauen, der dann (hoffentlich) auftaucht. Die Musik wird wahrscheinlich dabei helfen, das tut sie immer.

Falls es von Interesse ist, die "Titelmusik" des Buchs ist bisher der "Slawische Tanz Nr. 2 in E-moll" aus Dvoraks Op. 72. Hat zwar einen seltsam unpassenden, unangenehm heiteren Zwischenteil, ist ansonsten aber einfach herzzerreißend. Und man hört geradezu, wie der Wind über die Notenblätter pfeift ... Die wunderschönen ersten zwei Minuten kann man sich übrigens hier anhören:

Slawischer Tanz Nr. 2 (Op. 72) auf Youtube

Mir persönlich ist diese Version (Dirigent steht leider nicht dabei) ein Tickchen zu flott und zu hart. Aber das ist immer Geschmackssache.

Als dann!
Lilach

Donnerstag, 5. Mai 2011

"Phantast"; Literatopia

Und noch eine kleine Nachricht hinterher, die mir beim Schreiben des letzten Posts einfiel: Bei Literatopia gibt es seit kurzem auch ein sehr schön gemachtes Online-Fantasy-Magazin, den "Phantasten". Vielleicht den einen oder anderen Blick wert?

Phantast herunterladen

Übrigens, die Literatopianer haben auch schon vor einer Weile mein Schwänchen rezensiert; ich hatte sie traditionell darum angebettelt (und bei der Gelegenheit dann witzigerweise entdeckt, dass sie noch Rezensenten suchten). Die Rezension von Judith - nicht unstreng, aber sehr, sehr fair, finde ich; wie sie eben immer schreibt - kann man hier nachlesen:

Der "Schwan" bei Literatopia

Es ist ein großartiges Gefühl, wenn auf einmal Menschen, die man überhaupt nicht kennt oder jedenfalls vorher noch nicht kannte, anfangen, über das eigene Buch selbst, ganz ernsthaft und sorgfältig und oft voller Leidenschaft, etwas zu schreiben. Als ob es ein Eigenleben entwickelt, so fühlt sich das an. Und das wirkt sich dann auch bei einem selbst wieder aus. Manchmal freut man sich über das, was man da liest; manchmal ärgert man sich; manchmal kratzt man sich auch nur am Kopf. Aber diese neue, eigene Lebendigkeit, die ist immer da. Und immer großartig.

So, genug Literatopia-Werbung für heute ;-)
Als dann -
Lilach

Nachtrag zum "Schwan"-Gewinnspiel

Das Gewinnspiel bei Literatopia ist jetzt vorbei. Ich habe denen, die mir geschrieben haben, dass sie teilnehmen wollen, ordentlich die Daumen gedrückt und hoffe sehr, es hat genützt!

Falls nicht, vielleicht tröstet das ja: Bei Literatopia gibt es längst schon wieder etwas Neues zu gewinnen. Schaut einfach vorbei, ich drück dann auch wieder ;-)

Als dann!
Lilach

Schreibjournal 5. Mai 2011

Wie beim Schwänchen vorher - wie überhaupt immer, wenn ich schreibe - habe ich auch bei "Von Wind und Feuer" am Anfang arg damit zu kämpfen, den ganz richtigen Ton zu finden. Umso mehr, als es diesmal ein Jugend - bzw. Kinderbuch werden soll. Jede Geschichte macht ja einerseits ihre eigene Musik, die man erst einmal ins Ohr bekommen muss; als müsste man einen inneren Sender fein einstellen. Andererseits sind es nachher eben nicht nur die eigenen Ohren, die diese Musik hören sollen; das muss also auch schon berücksichtigt werden. Ich schreibe deshalb diesmal deutlich kürzer und geradliniger als im verschnörkelten Schwänchen. Kindergedanken brauchen, glaube ich, mehr Platz als die von Erwachsenen, um selbst herumranken zu können.

Die Hauptfigur ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich lange damit zu tun hatte, den richtigen Namen zu finden. Namenstechnisch bewegt sich insgesamt auch noch einiges, da sind vor allem noch unangenehme Doppelklänge, die ich doch vermeiden möchte. Ansonsten gehört aber gerade die Namensfindung mit zum Schönsten, wenn man eine Geschichte beginnt, für mich jedenfalls. Man spricht die noch schemenhaften Figuren an, mit diesem Namen, dann mit jener Variation, dann mit noch einem anderen - und plötzlich antworten sie und werden lebendig. Wunderbar, das. Gar nicht zu beschreiben.

Vom Aufbau her hatte ich mit einem dummerweise selbst geschaffenen Problem zu kämpfen - eine Figur an einem ganz ungünstigen Ort, wo ich sie aber nicht wieder weg bekam, ohne alles durcheinander zu werfen. Alles Grübeln wollte nicht helfen. Unvernünftig, wie ich bin, gab ich es irgendwann vorläufig auf und telefonierte lieber stundenlang mit meiner wundervollen Agentin. Ist ja auch viel angenehmer, über zukünftige Projekte zu plaudern als über die, die aktuell Arbeit und Probleme machen ... ;-) Was half aber schließlich doch? Wie so oft die Konsultation einer besessenen Leserin, gleichzeitig erfreulicherweise eine großartige Freundin von mir. Problem gelöst, Autorin überglücklich - Figur in den Startlöchern für den nächsten Schritt.

Nächste Woche mehr, wenn Ihr mögt -
als dann, 
Lilach

Mittwoch, 4. Mai 2011

Kommentare im Blog

Nur eine fixe technische Meldung, ich habe die Kommentarfunktion hier direkt im Blog jetzt ausgeschaltet. Seit ich mich bei Facebook häuslich eingerichtet habe, kommen die meisten netten Botschaften eh darüber ;-) Und so kann ich dann hier aufhören, den Spamfilter zu durchsieben.

Als dann!
Lilach

Dienstag, 3. Mai 2011

Rezension zum "Schwan" auf der Phantastik-Couch

Ich freue mich so arg über diese Rezension von Verena Wolf, ich muss sie einfach unbedingt hier verlinken:

Zur Phantastik-Couch

Viel Spaß beim Lesen, sie ist auch toll geschrieben!

Als dann,
Lilach

Freitag, 29. April 2011

Lilachs Schreibjournal

Ich habe mir in den letzten Tagen zu der geplanten Rubrik "Über das Schreiben" noch etwas Gedanken gemacht und mich dabei daran erinnert, was ich selbst eigentlich am liebsten auf den Websites von Schriftstellern lese: Schreibjournale. 

Man findet sie manchmal auch in Schreibratgebern, wie z.B. in Elizabeth Georges wunderbarem "Wort für Wort". Ich liebe diese Tagebücher über die kleinen und großen Kämpfe im schreiberischen Alltag. Sie geben keine hehren Ratschläge, stellen keine Regeln auf, gaukeln keine Allgemeingültigkeit vor. Sie beschreiben einfach, was ist, was passiert, wenn man sich wieder (und wieder und wieder ...) an diesen Schreibtisch setzt und den Kampf - oder den Traum, je nach Tagesform - von Neuem aufnimmt. Ich persönlich fühle mich viel weniger allein, wenn ich lese, dass andere genauso verzweifeln wie ich, genauso grübeln; genauso euphorisch werden können über winzigste Fortschritte.

Deshalb denke ich, dass ein solches Schreibjournal, wenigstens erst einmal, die nützlichste Form wäre.  Und ganz zufällig (hm, hm) bin ich ja gerade mitten im Anfang des kleinen Werks, das der Nachfolger meines Schwänchens werden soll. Der einzige Haken besteht nun natürlich darin, vom Schreiben des Buchs zu erzählen, ohne den Inhalt zu verraten. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob das funktionieren wird; wir werden es einfach gemeinsam herausfinden müssen. 

Jedenfalls verkünde ich hiermit (Fanfare, bitte!) den Vorsatz, von nun an wenigstens einmal in der Woche von den Fort- und Rück- und Seitenschritten meines neuen Buches zu erzählen, und ich werde mir alle Mühe geben, dass es nicht langweilig wird ;-) Zu diesem Zweck bekommt das ungeborene Kind auch gleich einen tollen eigenen Schreibjournal-Geheim-Bloß-nichts-verraten-Namen: "Pickeldi und Frederick" - hm, nein, das ist wohl nicht so günstig ... "Der Herr der Ringe" - ach, ich weiß nicht so recht ... Nein, ich glaube, ich nehme:

"Von Wind und Feuer".

Das klingt gut. Passt außerdem schon, gewissermaßen. Wer weiß, nachher gefällt das dem Verlag sogar noch besser als der eigentliche Arbeitstitel ... Man wird sehen. Ihr solltet Euch jedenfalls schon einmal darauf einstellen, dass es diesmal kein All Ager, sondern ein wirkliches Jugendbuch werden soll, wenn ich das hinbekomme (ah, wenn Ihr nur wüsstet, was ich danach plane ...). 

Und ich habe mir aus verschiedenen grässlichen, aber leider zwingenden Gründen einen sehr straffen Zeitplan vorgegeben. Übermorgen, am Sonntag, steht danach eine erste Mammutsitzung an, oder, was für mich jedenfalls eine Mammutsitzung ist - ich verrate die Seitenzahl nicht, die ich mir vorgenommen habe, sonst muss ich mich nachher noch in Grund und Boden schämen, wenn es nichts wird. Oder, selbst wenn es klappt, vor denen, die gewohnheitsmäßig doppelt so viel hinbekommen. Aber gerade am Anfang geht es nun mal eher langsam voran bei mir. Schon, weil ich mir alles dreihundertmal vorlesen muss, jeden Satz, um zu hören, ob es so  - ENDLICH! - richtig klingt.

Bis nächste Woche also erst einmal! Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.
Lilach

Dienstag, 5. April 2011

"Das Affenhaus" - Sara Gruen zum Zweiten

Nachdem der Verlag es freundlicherweise gleich beim "Wasser für die Elefanten" mitschickte, habe ich nun auch das neue Buch von Sara Gruen, "Das Affenhaus", für Literatopia rezensiert. Faszinierend dabei: Beide Bücher haben einen völlig unterschiedlichen Eindruck auf mich gemacht. Was im "Wasser" funktioniert, diese gewisse romantische, verspielte Naivität, auch diese Geradlinigkeit, klappt im "Affenhaus" - für mich jedenfalls - überhaupt nicht. Na, schaut selbst:

Das Affenhaus (Sara Gruen).

Als dann - Lilach

Montag, 4. April 2011

Gewinnspiel bei Literatopia zum "siebten Schwan"

Die lieben Literatopianer haben für mein Schwänchen ein kleines Gewinnspiel aufgesetzt: Nur eine einfache Frage beantworten und schon kann man eins von drei Exemplaren zu sich nach Hause flattern lassen. Läuft noch bis zum Ende April.

Literatopia Gewinnspiel

Viel Glück!
Lilach

"Wasser für die Elefanten" (Sara Gruen)

Ein Buch, das demnächst auch in die Kinos kommt und das ich (trotzdem?) allen Freunden von verspielten, ungewöhnlichen Geschichten nur ans Herz legen kann: "Wasser für die Elefanten" von Sara Gruen. Selten hat ein so schlicht geschriebenes Buch mir so viel Vergnügen gemacht.

Meine ausführliche Rezension gibt's hier:

"Wasser für die Elefanten" (Sara Gruen)

Viel Spaß beim Lesen!
Lilach

Die "Tater" von damals: deutsche Sinti und Roma heute

Der Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland unterhält eine Informationswebsite, die wirklich den einen oder anderen Besuch lohnt. Es gibt Material zu verschiedenen Themengebieten, auch zum Holocaust, zum direkten Herunterladen oder zum Bestellen. Vielleicht hat jemand Lust, die Fantasy mit ein wenig Reality zu unterfüttern ...? Schaden kann's sicher nicht. Und ich glaube, Karol, Lilja und die anderen würden sich freuen ;-)

Hier geht's lang zum
Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Sinti und Roma.

Als dann -
Lilach

Montag, 28. März 2011

Neues Interview

Bei Literatopia gibt's noch ein bisschen neues Geplauder von mir zum "Schwänchen" zu lesen:

Interview bei Literatopia

Wiederum sehr schöne, spannende Fragen, die mir viel Spaß beim Beantworten gemacht haben. Hoffentlich ist's beim Lesen ebenso!

Als dann -
Lilach

Freitag, 25. März 2011

Über das Schreiben

Heute nacht, als der Kater auf der Fensterbank neben meinem Bett wieder so fürchterlich schnarchte, kam mir der Gedanke, eine neue kleine Rubrik im Blog einzuführen: Über das Schreiben. Mir ist wieder eingefallen, wie gerne ich noch vor kurzem immer auf den Blogs und Webseiten von Schriftstellern herumgesurft bin, die nicht nur von sich und ihren Büchern, sondern eben auch vom Schreiben erzählen. Inzwischen bekomme ich selbst Anfragen von lieben Lesern und Leserinnen, die zum Beispiel wissen wollen, wie man es anstellt, mittendrin nicht den Mut zu verlieren - oder überhaupt erst einmal die schreckliche Angst vor dem ersten Satz zu überwinden.

Ist das überhaupt gut? Was, wenn es nicht gut ist? Wer soll das lesen? Wie soll ich auch nur eine Seite pro Tag in meinen Terminkalender quetschen? Warum nimmt es niemand ernst, wenn ich sage, ich schreibe Geschichten? Muss / kann / soll man das erstmal lernen? Und wenn ja, wo und wie denn?

Ich glaube, viele von Euch da draußen im weiten virtuellen Raum haben genau solche Fragen und Befürchtungen, die Euch daran hindern, einfach loszulegen - die Geschichten endlich aufs Papier zu bringen, die in Euch funkeln und strahlen. Und viele andere wollen vielleicht gar nicht selbst schreiben, machen aber etwas anderes Kreatives, wo man mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat. Oder sie sind einfach neugierig, wie das Leben hinter den Klappentexten so aussieht.

Zu welcher dieser Kategorien Ihr auch gehört, ich hoffe, die neue Rubrik wird Euch Vergnügen machen!

Als dann -
Lilach

Montag, 21. März 2011

Tatarlaua: das rumänische "Taterlock"

Durch einen Zufall bin ich eben im Netz über eine alte Landkarte gestolpert, die einen Teil von Siebenbürgen in Rumänien zeigt. Darauf ein kleiner Ort zwischen Wäldern, "Tatarlaka" oder "Tatarlaua" bzw., in der Sprache der deutschen Siedler in Siebenbürgen, "Taterloch". Ob Karol, Lilja und ihre Gruppe vielleicht irgendwann einmal dort vorbeigekommen sind ...?

(Quelle: wikipedia commons)

Den Ort gibt es heute immer noch, hier findet man Informationen über ihn:

Taterloch in Siebenbürgen

Vielleicht einen Blick wert, wenn Ihr gerade ohnehin Zeit vertrödelt, indem Ihr Blogs lest ... ;-)

Als dann -
Lilach

Freitag, 18. März 2011

Buchmesse Leipzig

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr hinzufahren. Schon, um die beängstigenden Eindrücke von 2009, als ich dort lesen musste, endlich zu überschreiben. Letztes Jahr war ich krank, und dieses Jahr - wird es nun auch wieder nichts. Statt mich mit den lesewilden Massen durch die Hallen treiben zu lassen, sitze ich fleißig im Büro am Schreibtisch. Was opfert man nicht alles für die Wissenschaft ...

Trotzdem habe ich natürlich Spione ausgesandt, um nach meinem "Schwänchen" zu schauen. Wie es scheint, flattert es in Leipzig recht vergnügt umher; besten Dank an die lieben Heyne-Damen für die schöne Präsentation! Aber: ein merkwürdiges Gefühl, irgendwie. Fast noch einmal so wie am Erscheinungstag. Als es plötzlich bei amazon auftauchte, das arme Ding, so ganz allein ... Am liebsten wäre ich in den Computer gekrochen und jedesmal, wenn es einer kaufte, hinterher gekrabbelt, ob es auch in gute Hände kommen würde ...

Ob das jedes Mal so sein wird? Ich fürchte es fast. Man gewöhnt sich wohl irgendwie daran, vermute ich, und dann spürt man es nicht mehr so sehr.

Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß bei der Messe, all Ihr fleißigen Leser, Autoren, Blogger, Poster, Illustratoren, Buchbinder (?), Agenten und Verlagsmenschen! Und fürs nächste Jahr: Falls Ihr dann eine herumwandelnde Dekopalme sehen solltet,  stupst sie bloß nicht an; es könnte eine überängstliche Autorin dahinter stecken. Die es sich jedenfalls jetzt noch einmal - besonders - fest vornimmt.

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 17. März 2011

Lilach wird Rezensentin

Nur eine kleine, für mich aber sehr spannende Sache am Rande: Seit ein paar Tagen bin ich als Probe-Rezensentin bei Literatopia dabei. Eine sehr schön gemachte Seite, ein liebes, hilfsbereites und sehr engagiertes Team - es macht mir schon jetzt viel Spaß.

Hier meine ersten Besprechungen:
Demnächst folgt mehr. Als dann!
Lilach

Donnerstag, 3. März 2011

Zinkenkunde Teil II: Sonne, Mond und Sterne ... und die Erzählstruktur des "siebten Schwans"

In meinem ersten Teil der "Zinkenkunde" habe ich es ja bereits angesprochen: Auch die Symbole von Sonne, Mond und Sternen spielen in den Zinken eine wichtige Rolle - und natürlich nicht nur dort, sondern entsprechend auch in der Geschichte selbst. Ich war eigentlich, um ehrlich zu sein, davon ausgegangen, dass man diese Grundstruktur beinahe zu leicht entdecken würde, zumal mit den Zinken als "optischem Hilfsmittel"; aber ich habe nun beim Streifen durch das Internet mitbekommen, dass vielen die Grimm'sche Märchenwelt heute doch sehr viel fremder ist, als ich dachte. Deshalb an dieser Stelle eine etwas weiter gehende Erläuterung:

In der klassischen Struktur der Märchen, die dem "siebten Schwan" zugrunde liegen, macht das Mädchen, das seine Brüder sucht, eine ganz bestimmte Reise durch, nämlich von der Sonne zum Mond zu den Sternen - und schließlich zum berühmt-berüchtigten Glasberg, in dem es seine Brüder findet und um den Preis eines "Hinkelbeinchens" befreien muss. Hier ist eine der Quell-Stellen, meine liebste, aus den "sieben Raben":

"Nun ging es [das Mädchen] immerzu, weit weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und fürchterlich, und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war gar zu kalt und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: »Ich rieche Menschenfleisch.« Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen und sprach: »Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glasberg, da sind deine Brüder.«"
 [Brüder Grimm, Die sieben Raben, zitiert nach: www.grimmstories.com]

Sonne und Mond sind dem Mädchen feindlich gesinnt, jeder auf seine Weise; die Sterne sind freundlich und hilfreich, und der Glasberg, das Reiseziel, verlangt (natürlich) ein Opfer. Alle diese Stationen haben ihre Entsprechung im "siebten Schwan" - man muss nur auf die Zinken achten, um der Reise folgen zu können. 

Ein Beispiel: der "Sonnenzinken".


Er gehört zum ersten großen Reiseabschnitt, in dem Minas Tante Elisabeth die zentrale Figur ist. Eine Person, von der sie sich Hilfe erhofft, diese aber nicht bekommt; und die obendrein noch ziemlich merkwürdig ist, um es milde auszudrücken. Die Tante entspricht der Sonne, die im Märchen heiß und gefährlich ist und "die kleinen Kinder frisst" (oh ja, auch das tut sie im Buch, gewissermaßen ...). Ihr sind im "Schwan" entsprechend die Farbe Gelb und das helle, gleißende Licht zugeordnet (ein kleiner Hinweis nebenbei: das Gelb ist auch insgesamt nicht ganz unwichtig, s. Rapsfelder und Ringelblumen ...) 

Die Sonne bzw. die Tante hilft Mina nicht, jedenfalls nicht direkt; und der Weg zu ihr, also zu "normalen Hilfsstellen" in der "normalen Welt", ist für Mina auch grundsätzlich der falsche. Deshalb teilt im Zinken die Sonne Minas Weg wie eine Art Schwert oder Speer. Man sieht aber auch schon, dass hinter ihr, also nach dieser Station, noch weitere Hindernisse auf Mina warten - deshalb wiederum die kleinen Querhäkchen, hier nur noch zwei statt drei (ein Hindernis, eben die Sonne, ist dann ja überwunden). Die dünneren Linien sind, wie bei den anderen Zinken, nur Dekoration.

Soweit die "Zinkenkunde mit Anhang" für heute; ich hoffe, es war nützlich.

Als dann!
Lilach


Freitag, 25. Februar 2011

Neues Interview

Der wunderbare Fantasy-Blog Feenfeuer hat vor ein paar Tagen ein weiteres Interview mit mir online gestellt. Sehr detaillierte, interessante Fragen zum "siebten Schwan" - es hat mir großen Spaß gemacht, darauf zu antworten. Hier kann man es sich ansehen:

Interview bei Feenfeuer

Demnächst folgt vielleicht noch eines bei Literatopia.
Als dann!

Lilach

Montag, 21. Februar 2011

"Zinkenkunde" Teil I

Wie versprochen, werde ich heute damit anfangen, in loser Folge ein bisschen was "Hintergründiges" zum Siebten Schwan zu erzählen. Vielleicht ist es unüblich, sich als Autorin derart in die Karten blicken zu lassen bzw. sie noch von selbst aufzudecken - nun, ich bin ja neu im Betrieb, ich kann das ja nicht wissen ;-) Deshalb mache ich es einfach so, wie ich es für richtig halte. Und nach dem, was ich bisher so gehört habe, interessieren sich viele Leser dafür, mehr gerade über die Dinge zu erfahren, die im Buch höchstens angedeutet werden konnten. Dieses Interesse kann ich bestens verstehen, schließlich fand ich selbst diese Dinge so faszinierend, dass ich sogar darüber geschrieben habe - also, warum Geheimniskrämerei? Hier kommt nun dementsprechend meine 
Zinkenkunde Teil I:

Ich fange am besten damit an, einen der Zinken zu erklären, die ich im Buch verwendet bzw. für das Buch, zusammen mit der lieben Illustratorin, gebastelt habe. Es ist der allererste "wirkliche Zinken", d.h. derjenige, mit dem die eigentliche Geschichte beginnt; in meinen Dateien heißt er entsprechend Aufbruch.
Hier ist der Zinken:


Wir haben es hier, wie bei allen anderen Zinken, so gemacht, dass die dickeren Linien der eigentliche Zinken sind, während das dünnere Gewusel mehr der Ausgewogenheit dient und in aller Regel keine eigene Bedeutung hat. Aber, was wollen die Zinkenlinien nun sagen?
Wichtig ist zunächst zu wissen, dass sie alle Minas Weg durch die Geschichte betreffen. Damit lehnen sie sich stark an echte alte Zinken an, die meistens auch dazu verwendet wurden, die Reiserouten von bestimmten Personen zu beschreiben. Man benutzte sie zum Beispiel, um jemandem, den man später treffen wollte, zu sagen: Ich bin mit meiner Frau, meiner Geliebten und unseren fünf einäugigen Kindern am Ostersonntag in Innsbruck aufgebrochen, knapp einer Gendarmeriestreife entkommen und reise jetzt nach Possenhofen, um dort meine hundertjährige Tante und meine elf Schwager zu treffen
Für solche Wegbeschreibungen bieten sich natürlich Pfeillinien an, die ich nur ein wenig weiter stilisiert und mit einem anderen typischen Zinkenelement verbunden habe: dem Herzen und der Feder. Die Hauptlinie des Zinkens ist also wie ein verschlungener Pfeil zu verstehen, an dessen vorderem Ende das Herz sitzt und die Richtung angibt, die Feder stellt (meistens jedenfalls) das hintere Ende des Pfeils dar (und passte außerdem so schön zum Hauptthema des Buchs).

Allerdings gibt es in diesem Zinken Herzen auch am Anfang der Linie, sogar doppelt. Sie stellen den Ausgangsort der Reise da - ein ruhendes Herz, geteilt in Gefühl (unten) und Kopf (oben), offensichtlich nicht ganz eins mit sich und im Stillstand begriffen. Die Weglinie muss erst weit, weit ausholen, damit das Herz aus dem Stillstand herauskommt und sich schließlich auf den Weg macht - fort von daheim, ins Unbekannte, auf so unübersehbaren Windungen wie die Straße, die vom Gutshaus wegführt. Die Feder sitzt hier direkt hinter dem Herzen, das in Bewegung gerät, anstatt am Ende der Pfeillinie, weil Mina sich eben gerade erst aufmacht und weil es anders auch nicht gut möglich gewesen wäre, das doppelte Herz als Ausgangspunkt zu nehmen. Dies ist aber eben wichtig, weil die Reise, die Mina unternimmt, vor allem eine Reise von sich selbst weg - und am Ende zu sich selbst hin - ist.

Natürlich ist diese Reise voller Hindernisse bzw. Pforten, die durchschritten werden müssen. Die wichtigsten werden bereits in diesem ersten Zinken angedeutet: Es sind die drei Querschnörkel, die durch die Hauptlinie hindurchgehen. Solche Querlinien dienten auch bei den alten Zinken als Hindernismarkierungen. In Minas Geschichte sind dies, der zugrunde liegenden Märchenstruktur entsprechend, Sonne, Mond und Sterne. Auch sie werden später in den Zinken selbst auftauchen und u.a. jeweils anzeigen, in welchem Abschnitt von Minas Reise man sich befindet.

Soweit zum ersten, ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt. Nachfragen immer gern!
Als dann -
Lilach

Freitag, 11. Februar 2011

Interview bei Lovelybooks

Auf der Autorenseite bei Lovelybooks steht seit neuestem ein kleines Autoreninterview mit mir:

Zur Autorenseite mit Interview

Meine Antworten sind nicht die allergeistreichsten; aber schließlich übe ich ja auch noch ...

Gruß -
Lilach

Hintergrundmaterial zum "siebten Schwan"

In den nächsten Tagen werde ich damit anfangen, zu bestimmten Themen, die im "siebten Schwan" eine Rolle spielen, kleine Posts mit Hintergrundinformationen zu schreiben. Dabei geht es natürlich vor allem um die Themen, zu denen besonders viele Nachfragen kommen, nämlich:

  • ZINKEN;
  • TATER;
  • norddeutsche SAGEN.
Ich habe zwar hinten im Buch schon einiges im Nachwort geschrieben, auch Quellen aufgeführt; aber ich glaube, dass man sich hier ruhig ein bisschen mehr in den "Baukasten" gucken lassen kann ;-) Diese Themen sind nämlich wirklich interessant ...

Eigene Fragen sind übrigens jederzeit willkommen, entweder hier oder über Lovelybooks (s. Kontakte).

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 3. Februar 2011

"Der siebte Schwan" - 10. Januar 2011 im Heyne-Verlag


In jeder Spieluhr schläft ein Geheimnis. Wenn die alte Melodie erklingt, erwachen Schatten und Träume ...

Schleswig-Holstein im Jahr 1913: Die vierzehnjährige Mina lebt mit ihren Eltern auf einem einsamen Gutshof. Ihr liebster Zeitvertreib ist es, auf dem Dachboden zur Melodie einer halbzerbrochenen Spieluhr zu tanzen. Diese Uhr jedoch birgt ein Geheimnis, das Minas Welt für immer auf den Kopf stellt und sie auf eine Reise schickt, auf der die Sagen des Nordens und die Magie der Freundschaft lebendig werden ...