Montag, 28. März 2011

Neues Interview

Bei Literatopia gibt's noch ein bisschen neues Geplauder von mir zum "Schwänchen" zu lesen:

Interview bei Literatopia

Wiederum sehr schöne, spannende Fragen, die mir viel Spaß beim Beantworten gemacht haben. Hoffentlich ist's beim Lesen ebenso!

Als dann -
Lilach

Freitag, 25. März 2011

Über das Schreiben

Heute nacht, als der Kater auf der Fensterbank neben meinem Bett wieder so fürchterlich schnarchte, kam mir der Gedanke, eine neue kleine Rubrik im Blog einzuführen: Über das Schreiben. Mir ist wieder eingefallen, wie gerne ich noch vor kurzem immer auf den Blogs und Webseiten von Schriftstellern herumgesurft bin, die nicht nur von sich und ihren Büchern, sondern eben auch vom Schreiben erzählen. Inzwischen bekomme ich selbst Anfragen von lieben Lesern und Leserinnen, die zum Beispiel wissen wollen, wie man es anstellt, mittendrin nicht den Mut zu verlieren - oder überhaupt erst einmal die schreckliche Angst vor dem ersten Satz zu überwinden.

Ist das überhaupt gut? Was, wenn es nicht gut ist? Wer soll das lesen? Wie soll ich auch nur eine Seite pro Tag in meinen Terminkalender quetschen? Warum nimmt es niemand ernst, wenn ich sage, ich schreibe Geschichten? Muss / kann / soll man das erstmal lernen? Und wenn ja, wo und wie denn?

Ich glaube, viele von Euch da draußen im weiten virtuellen Raum haben genau solche Fragen und Befürchtungen, die Euch daran hindern, einfach loszulegen - die Geschichten endlich aufs Papier zu bringen, die in Euch funkeln und strahlen. Und viele andere wollen vielleicht gar nicht selbst schreiben, machen aber etwas anderes Kreatives, wo man mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen hat. Oder sie sind einfach neugierig, wie das Leben hinter den Klappentexten so aussieht.

Zu welcher dieser Kategorien Ihr auch gehört, ich hoffe, die neue Rubrik wird Euch Vergnügen machen!

Als dann -
Lilach

Montag, 21. März 2011

Tatarlaua: das rumänische "Taterlock"

Durch einen Zufall bin ich eben im Netz über eine alte Landkarte gestolpert, die einen Teil von Siebenbürgen in Rumänien zeigt. Darauf ein kleiner Ort zwischen Wäldern, "Tatarlaka" oder "Tatarlaua" bzw., in der Sprache der deutschen Siedler in Siebenbürgen, "Taterloch". Ob Karol, Lilja und ihre Gruppe vielleicht irgendwann einmal dort vorbeigekommen sind ...?

(Quelle: wikipedia commons)

Den Ort gibt es heute immer noch, hier findet man Informationen über ihn:

Taterloch in Siebenbürgen

Vielleicht einen Blick wert, wenn Ihr gerade ohnehin Zeit vertrödelt, indem Ihr Blogs lest ... ;-)

Als dann -
Lilach

Freitag, 18. März 2011

Buchmesse Leipzig

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr hinzufahren. Schon, um die beängstigenden Eindrücke von 2009, als ich dort lesen musste, endlich zu überschreiben. Letztes Jahr war ich krank, und dieses Jahr - wird es nun auch wieder nichts. Statt mich mit den lesewilden Massen durch die Hallen treiben zu lassen, sitze ich fleißig im Büro am Schreibtisch. Was opfert man nicht alles für die Wissenschaft ...

Trotzdem habe ich natürlich Spione ausgesandt, um nach meinem "Schwänchen" zu schauen. Wie es scheint, flattert es in Leipzig recht vergnügt umher; besten Dank an die lieben Heyne-Damen für die schöne Präsentation! Aber: ein merkwürdiges Gefühl, irgendwie. Fast noch einmal so wie am Erscheinungstag. Als es plötzlich bei amazon auftauchte, das arme Ding, so ganz allein ... Am liebsten wäre ich in den Computer gekrochen und jedesmal, wenn es einer kaufte, hinterher gekrabbelt, ob es auch in gute Hände kommen würde ...

Ob das jedes Mal so sein wird? Ich fürchte es fast. Man gewöhnt sich wohl irgendwie daran, vermute ich, und dann spürt man es nicht mehr so sehr.

Ich hoffe, Ihr habt viel Spaß bei der Messe, all Ihr fleißigen Leser, Autoren, Blogger, Poster, Illustratoren, Buchbinder (?), Agenten und Verlagsmenschen! Und fürs nächste Jahr: Falls Ihr dann eine herumwandelnde Dekopalme sehen solltet,  stupst sie bloß nicht an; es könnte eine überängstliche Autorin dahinter stecken. Die es sich jedenfalls jetzt noch einmal - besonders - fest vornimmt.

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 17. März 2011

Lilach wird Rezensentin

Nur eine kleine, für mich aber sehr spannende Sache am Rande: Seit ein paar Tagen bin ich als Probe-Rezensentin bei Literatopia dabei. Eine sehr schön gemachte Seite, ein liebes, hilfsbereites und sehr engagiertes Team - es macht mir schon jetzt viel Spaß.

Hier meine ersten Besprechungen:
Demnächst folgt mehr. Als dann!
Lilach

Donnerstag, 3. März 2011

Zinkenkunde Teil II: Sonne, Mond und Sterne ... und die Erzählstruktur des "siebten Schwans"

In meinem ersten Teil der "Zinkenkunde" habe ich es ja bereits angesprochen: Auch die Symbole von Sonne, Mond und Sternen spielen in den Zinken eine wichtige Rolle - und natürlich nicht nur dort, sondern entsprechend auch in der Geschichte selbst. Ich war eigentlich, um ehrlich zu sein, davon ausgegangen, dass man diese Grundstruktur beinahe zu leicht entdecken würde, zumal mit den Zinken als "optischem Hilfsmittel"; aber ich habe nun beim Streifen durch das Internet mitbekommen, dass vielen die Grimm'sche Märchenwelt heute doch sehr viel fremder ist, als ich dachte. Deshalb an dieser Stelle eine etwas weiter gehende Erläuterung:

In der klassischen Struktur der Märchen, die dem "siebten Schwan" zugrunde liegen, macht das Mädchen, das seine Brüder sucht, eine ganz bestimmte Reise durch, nämlich von der Sonne zum Mond zu den Sternen - und schließlich zum berühmt-berüchtigten Glasberg, in dem es seine Brüder findet und um den Preis eines "Hinkelbeinchens" befreien muss. Hier ist eine der Quell-Stellen, meine liebste, aus den "sieben Raben":

"Nun ging es [das Mädchen] immerzu, weit weit, bis an der Welt Ende. Da kam es zur Sonne, aber die war zu heiß und fürchterlich, und fraß die kleinen Kinder. Eilig lief es weg und lief hin zu dem Mond, aber der war gar zu kalt und auch grausig und bös, und als er das Kind merkte, sprach er: »Ich rieche Menschenfleisch.« Da machte es sich geschwind fort und kam zu den Sternen, die waren ihm freundlich und gut, und jeder saß auf seinem besondern Stühlchen. Der Morgenstern aber stand auf, gab ihm ein Hinkelbeinchen und sprach: »Wenn du das Beinchen nicht hast, kannst du den Glasberg nicht aufschließen, und in dem Glasberg, da sind deine Brüder.«"
 [Brüder Grimm, Die sieben Raben, zitiert nach: www.grimmstories.com]

Sonne und Mond sind dem Mädchen feindlich gesinnt, jeder auf seine Weise; die Sterne sind freundlich und hilfreich, und der Glasberg, das Reiseziel, verlangt (natürlich) ein Opfer. Alle diese Stationen haben ihre Entsprechung im "siebten Schwan" - man muss nur auf die Zinken achten, um der Reise folgen zu können. 

Ein Beispiel: der "Sonnenzinken".


Er gehört zum ersten großen Reiseabschnitt, in dem Minas Tante Elisabeth die zentrale Figur ist. Eine Person, von der sie sich Hilfe erhofft, diese aber nicht bekommt; und die obendrein noch ziemlich merkwürdig ist, um es milde auszudrücken. Die Tante entspricht der Sonne, die im Märchen heiß und gefährlich ist und "die kleinen Kinder frisst" (oh ja, auch das tut sie im Buch, gewissermaßen ...). Ihr sind im "Schwan" entsprechend die Farbe Gelb und das helle, gleißende Licht zugeordnet (ein kleiner Hinweis nebenbei: das Gelb ist auch insgesamt nicht ganz unwichtig, s. Rapsfelder und Ringelblumen ...) 

Die Sonne bzw. die Tante hilft Mina nicht, jedenfalls nicht direkt; und der Weg zu ihr, also zu "normalen Hilfsstellen" in der "normalen Welt", ist für Mina auch grundsätzlich der falsche. Deshalb teilt im Zinken die Sonne Minas Weg wie eine Art Schwert oder Speer. Man sieht aber auch schon, dass hinter ihr, also nach dieser Station, noch weitere Hindernisse auf Mina warten - deshalb wiederum die kleinen Querhäkchen, hier nur noch zwei statt drei (ein Hindernis, eben die Sonne, ist dann ja überwunden). Die dünneren Linien sind, wie bei den anderen Zinken, nur Dekoration.

Soweit die "Zinkenkunde mit Anhang" für heute; ich hoffe, es war nützlich.

Als dann!
Lilach