Freitag, 27. Mai 2011

Schreibjournal 27. Mai 2011: richtiges Alter bei Jugendbüchern

So, ein gutes erstes Teilstück ist geschafft, trotz aller Hindernisse. Gestern vormittag habe ich den ersten Packl Leseprobe (um 70 Normseiten) mit Exposé etc. an die Agentur geschickt, auf dass sie damit nach Gutdünken verfahre. Weil es natürlich wieder mal schrecklich viel zu ändern gab, kaum, dass ich dachte, der Teil sei nun so weit passabel, habe ich Augenringe wie ein Waschbär und ständiges Summen in den Ohren. Hm, das Summen kann allerdings auch der schnurrende Kater sein, der versucht, endlich mal meine Aufmerksamkeit zu erregen ...

Sehr ungewohnt für mich ist die Schwierigkeit, sich für das richtige Alter der Hauptfiguren zu entscheiden, und zwar in Relation zu den Lesern, die das Ganze einmal in die Hände bekommen sollen. Man sagt ja, bei Jugendbüchern sind die Leser etwa zwei Jahre jünger als die Hauptperson. Das hat etwas zutiefst Verwirrendes an sich:
Angenommen, die Hauptperson wäre fünfzehn, dann wären die Leser demnach etwa dreizehn Jahre alt. Schreibe ich dann nun aus der Sicht eines Fünfzehnjährigen, aber so, dass Dreizehnjährige es trotzdem verstehen können? Also: 15, wie man es sich mit 13 vorstellt? Oder 15, wie es wirklich ist? ODER 15, wie es wirklich ist und wie ein Fünfzehnjähriger es auch verstehen würde?
Dazu kommt noch, ich habe zwei Hauptpersonen, ein Mädchen und einen (älteren) Jungen. Nach wem richte ich mich dann vom Schreibstil her?

Meinem Gefühl nach sind die beiden elf und dreizehn, und so habe ich, nach langem Hin und Her, das Ganze nun auch eingerichtet. Aber das fragende, nagende Gefühl bleibt: Wollen dann eventuell Neunjährige das Buch auch lesen? Meine Güte. Ich schätze, ich mache es mir wieder viel zu kompliziert. Aber es ist eben mein erstes (richtiges) Jugendbuch, und ich fühle mich Kindern gegenüber besonders in der Pflicht, alles so gut zu machen, wie ich nur kann.

Nun, ich werde erst einmal abwarten, was die Agentur Anfang nächster Woche sagt. Wahrscheinlich genau das: Mach es nicht so kompliziert, liebe Lilach. Am Ende entscheidet sowieso der Verlag, für welches Lesealter es geeignet sein soll.

Als dann für heut -
Lilach

Donnerstag, 26. Mai 2011

Renate Ahrens: "Fremde Schwestern"

Ein schönes, berührendes Buch, an das man noch lange denkt, wenn man es aus der Hand gelegt hat. Hat nur sehr, sehr kleine Macken. Meine Rezension findet Ihr hier:

Rezension bei Literatopia

Als dann!
Lilach

Mittwoch, 18. Mai 2011

Soundtrack: Orff, O fortuna

Das berühmte "O fortuna" aus der Carmina burana von Orff ist ein gutes Beispiel für ein emotional so starkes (und auch noch vokalisiertes) Stück, dass man meiner Erfahrung nach beim Schreiben die Finger davon lassen sollte. Ich habe vor einer Weile versucht, bei einem noch namenlosen Mittelalter-Roman die Einstiegsszene damit zu schreiben, musste es aber aufgeben. Diese Musik überrennt alle Empfindungen. Ich höre die Carmina burana seitdem immer mal wieder, wenn ich mir ins Gedächtnis rufen will, wie ein guter Mittelalter-Roman meiner Meinung nach wirken sollte: nämlich genauso wie diese machtvoll-menschliche Ode an das Schicksal.

Man findet die gesamte Carmina burana natürlich überall; mein persönlicher Favorit ist die Einspielung von Eichhorn.

Soundtrack: Grieg, In der Halle des Bergkönigs

Die "Halle des Bergkönigs" aus der Peer-Gynt-Suite von Grieg lieferte mir einen wunderbaren Hintergrund-Soundtrack für die Szenen mit dem wilden, bösen Pug. Das Stück dürfte allgemein bekannt sein, man findet es sonst aber auch fix in vielen Versionen bei Youtube oder als Hörprobe bei amazon.

Soundtrack: Seress, Das Lied vom traurigen Sonntag

Im "Schwan" gibt es eine Szene im Zusammenhang mit der Spieluhr, in der Mina über die Musik nachdenkt, die auf den Bällen ihrer Zeit so gespielt wurde. Sie erinnert sich daran, gehört zu haben, dass besonders sensible junge Damen bei bestimmten traurigen Stücken reihenweise in Ohnmacht fallen sollen ... Hier ist das Stück, das ich dabei - allerdings leicht anachronistisch -  im Ohr hatte; das berüchtigte "Selbstmordlied" der 1930er Jahre und Titelgeber eines wunderbaren Films:

Seress, Lied vom traurigen Sonntag

Die Melodie an sich ist schon arg tragisch, noch schlimmer wird es mit dem zugehörigen Text, der wohl später dazu kam. Billie Holiday besingt den "Gloomy Sunday" u.a. so:

Sunday is gloomy
My hours are slumberless
Dearest the shadows
I live with are numberless
Little white flowers
Will never awaken you
Not where the black coach
Of sorrow has taken you

Angels have no thoughts
Of ever returning you
Would they be angry
If I thought of joining you?

Gloomy Sunday ...

Soundtrack: Dvorak, Slawischer Tanz Nr. 2 e-Moll, Opus 72

... Das Stück habe ich im Post zum Schreibjournal  (Jugend-Fantasy-Buch "Von Wind und Feuer") schon erwähnt, ich sortiere es nun hier der Ordnung halber mit ein. Ein wunderbar romantischer, trauriger, seelenstreichelnder Tanz. Beim Suchen sollte man auf das richtige Opus achten, in der anderen Sammlung slawischer Tänze (Opus 46, glaube ich) gibt es auch eine Nr. 2, die meine ich allerdings nicht.

Hier kann man bei amazon reinhören:

Dvorak, Slawischer Tanz Nr. 2

Soundtrack - Leseranregung zum "Schwan": Loreena McKennitt

... Eine Sängerin, die mir bisher nur bei Freunden begegnet war, und zwar unwissentlich. Nachdem sie mir jetzt schon mehrfach empfohlen wurde als jemand, der zum "Schwänchen" passende Musik macht, habe ich mir einige Proben im Internet angehört und war sehr angetan. Besonders interessant finde ich ihre Experimente bei der Vermischung verschiedener musikalischer Kulturen.

Allerdings: zum Schreiben definitiv nicht zu empfehlen, da sie eine schöne, aber auch durchdringend hohe Stimme hat. Besser für hinterher, zum Träumen auf dem Balkon ;-)

Hörproben gibt es z.B. bei amazon, Name reicht als Suchwort völlig aus.

Dienstag, 17. Mai 2011

Gabor Steingart: "Das Ende der Normalität ...

... Nachruf auf unser Leben, wie es bisher war."

Ein unbedingt lesenswertes Buch. Hier ist meine Rezension dazu:

"Das Ende der Normalität" - Rezension auf Literatopia

Als dann,
Lilach

Norddeutsche oder nordische Motive im "Schwan"

Ich bin jetzt schon so oft danach gefragt wurden, welche norddeutschen oder generell nordischen Sagen, Mythen, Märchen etc. ich denn nun im "Schwan" alles verwendet hätte, dass ich hier versuchen werde, eine kleine Übersichtsliste aufzustellen. Wahrscheinlich fallen mir auf Anhieb nicht alle ein, ich aktualisiere sie dann nach und nach. Etliche habe ich auch verändert, so dass sie für meine Geschichte taugten; oder sie nur hauchzart am Rand gestreift, eine Andeutung von ihnen sozusagen eingefangen und mit auf meine eigene Reise genommen. Von vielen weiß ich so aus dem Kopf auch den genauen Titel nicht mehr. 

Nun, wie dem auch sei, hier kommt, was mir spontan noch einfällt - hoffentlich mit ausreichend Hinweisen, um nachzugooglen, wenn man möchte:

  • Die "wilde Jagd" - ein  sehr alter, ich denke, mittelalterlicher Mythos, den es in vielen Ländern gibt. Kopflose und andere, jedenfalls verfluchte Reiter, die auf dem Sturmwind daher brausen. In den grausameren Versionen reiten sie z.B. auf glühenden Eisenpferden ...
  • Die "wegweisenden Blumen" - bei mir sind sie rot, wegen der Verbindung mit dem roten Pferd (s.u.), in der Originalsage sind sie, glaube ich, gelb. Sie weisen den Weg zu Schätzen.
  • Der "Schlangenkönig auf seinem Schatz" - mehrere Sagen, die ich zusammen gemischt habe. Eigentlich liegt unter dem Schlangenkönig, wenn ich mich richtig erinnere, eine goldene Wiege, kein Schlüssel wie im "Schwan". Ich habe auch tatsächlich eine Zeitlang mit einer solchen winzigen Wiege gearbeitet im Text. Aber sie war mir als Symbol schließlich doch zu arg offensichtlich.
  • Der "Finstre Stern" - Sage von einem mythischen König (ich habe leider vergessen, welchem), den sein Bruder erschlug, der in die Schlei fiel und dort starb und verblutete. An dieser Stelle tanzen die blauen Flämmchen auf dem Wasser, um an ihn zu erinnern. Ich glaube übrigens, diesen Ort gab oder gibt es wirklich in Schleswig-Holstein.
  • Der "böse, eingesperrte Pug" - Pugs oder Pucks sind natürlich ein uraltes und sehr häufiges Motiv aller nordischen Sagen und Märchen. Sie haben noch viele andere Namen, sind im Prinzip aber alles Herdmännchen, denke ich. Alles, was ich über den Pug schreibe, dem Mina begegnet, habe ich aus verschiedenen solcher alten Geschichten zusammengesammelt - das Einsperren mit dem Wagenrad z.B., oder das Verkaufen um weniger, als man selbst bezahlt hat.
  • Das "Teufelspferd" - bei mir ist es rot, ebenfalls eine alte norddeutsche Geschichte. Das Teufelspferd ist so wild, dass niemand es reiten kann, und wenn ich mich richtig erinnere, ist es auch ziemlich gefährlich.
  • Das "König und Holunder"-Motiv - ist ebenfalls mit einem Pferd verbunden. Nach einer Sage wächst an irgendeiner Kirche in Norddeutschland ein Holunder, von dem man sagt: Wenn er so hoch geworden ist, dass man auf einem Pferd aufrecht drunter durch reiten kann, dann wird ein sagenumwobener König zurückkehren, um seine letzte Schlacht um das Land zu schlagen. Nun ja, Holunder sind ja generell sehr beliebte Pflanzen in Märchen und Sagen. 
  • Der "Brutsee" - meiner Meinung nach die traurigste Geschichte. Diesen See, auf dem die ertrunkenen Bräute tanzen sollen, gibt es in Norddeutschland tatsächlich. Ich weiß allerdings nicht, ob es wirklich dieser reale See ist, auf den die Sage sich bezieht.
  • "Taterlock" und "Taterkuhle" - alte Bezeichnungen für Orte, die mit fahrendem Volk in Verbindung gebracht wurden. Im "Taterlock" oder "-loch" lagerten sie; es gibt auch einen Ort namens "Taterkoppel". In der "Taterkuhle" ertränkten sie angeblich ihre Alten, die beim Wandern nicht mehr mithalten konnten. Das plattdeutsche Gedicht im "Schwan", das ich an der zugehörigen Stelle bringe, ist ebenfalls alt und original. Ich habe es nur ein wenig angepasst.
  • Die "verfluchte Tänzerin" - auch Marthes Schicksal ist einer alten Sage entlehnt, in der das aufsässige Mädchen nicht aufhören wollte zu tanzen - und wenn auch der Teufel selbst käme, um es aufzufordern! Natürlich muss es dann zur Strafe in Ewigkeit mit dem Teufel tanzen ...
  • Die "Kielkröpfe" - das ist ein anderes Wort für Wechselbälger, also elfische oder jedenfalls irgendwie übernatürliche Wesen, die gegen die echten Menschenkinder in der Wiege ausgetauscht werden. Als Kielkröpfe sind sie die norddeutsche Variante. Werden sie entdeckt, schwimmen sie wieder davon.
  • Die "Nixen und Ekke Nekkepen" - bei Storm ist Ekke Nekkepen ein Feuermännchen, gewöhnlich aber ein Nix oder ein Meermann, in vielen Sagen auch der König aller Wasserleute. Meine Nixe ist ihm gegenüber allerdings von der emanzipierten Sorte, wie mir scheint ... ;-
  • Die Legende vom "Zigeunerkönig" - kein speziell norddeutsches Motiv, aber eines, das überall sehr verbreitet ist. Es gibt z.B. viele irische Volkslieder, in denen vornehme Damen oder Mädchen dem zerlumpten Zigeuner hinterher laufen, ihre Väter sie dann händeringend suchen - und sie schließlich in Schlössern voller Gold und Silber wiederfinden. Natürlich gibt es auch unter den Fahrenden selbst - einmal unabhängig von allen verklärten Märchen - Legenden, die mit dem Zigeunerkönig zu tun haben. Der allerletzte König der Roma soll sogar ein Grab haben, das man besuchen kann.
So, für heute muss das genug sein. Ich setze die Liste bei Gelegenheit fort.
Als dann -
Lilach

Schreibjournal 17. Mai 2011

Letzte Woche ist es natürlich alles genauso gekommen, wie alles eben immer so kommt. Fast meine sämtlichen (ohnehin spärlichen) Schreibzeiten wurden von anderen Dingen blockiert, die sich weder verschieben noch schwänzen noch sonst irgendwie vermeiden ließen. Und selbst da, wo ich mir schlau vorkam und dachte, ich könnte doch noch etwas Schreiben reinquetschen, war alles gegen mich verschworen: Auf einer endlos langen Zugfahrt wollte ich fleißig tippen, aber die Strecke war so grauenhaft schlecht, dass mir jedes Mal übel wurde, wenn ich auf den Bildschirm guckte. Der Zug ruckelte und schwankte und schlingerte, so etwas habe ich noch überhaupt nie erlebt. Da musste ich dann stundenlang frustriert aus dem Fenster starren stattdessen ...

Trotzdem habe ich wenigstens einen einzigen Termin mir erhalten können und an dem auch tatsächlich ein bisschen geschafft. Ich bin zwar immer noch an Schauplatz A, von dem ich nun meine Figuren auch bald mal weg bewegen muss; aber ich konnte einiges von dem abarbeiten, was vorgesehen war. Eigentlich finde ich das immer etwas mühsam, dieses Aufschreiben von Ereignissen, die ich schon ziemlich genau im Kopf habe. Es müsste eine Gedanken-Aufzeichnungs-Maschine geben, dann ginge alles schneller ;-)

Und es ist natürlich auch nicht so aufregend, wie Szenen zu schreiben, die man nur vage erahnt vorher, und wo man dann selbst von den Abläufen überrascht wird. Solche Szenen in den Rechner zu bringen, selber voller Spannung dazusitzen und wie wild zu tippen, damit man endlich erfährt, wie es denn weitergeht - das ist eigentlich das, was ich liebe am Schreiben. Andererseits habe ich da nun wieder die Erfahrung gemacht, dass solche Szenen sich auch gern in komplett ungeeignete Richtungen bewegen ... Vor allem auf die Sprache muss ich da ein waches Auge haben. Es gibt so Wörter oder auch ganze Sätze, die bestimmte andere einfach unbedingt hinter sich her ziehen wollen. Oder die sich aufdrängen, weil sie besonders schön klingen etwa. Es ist schon grausam, wenn man ihnen dann sozusagen die Tür weisen muss. Aber manchmal leider notwendig. Wenn Sprache und Handlung nicht in dieselbe Richtung steuern, stimmt halt irgendetwas noch nicht und muss korrigiert werden.

"Wind und Feuer" ist aber recht brav in dieser Hinsicht. Trotz aller äußeren Widrigkeiten komme ich gut voran und musste bisher nicht arg viel im laufenden Prozess korrigieren. Es macht auch überraschend viel Spaß, wegen der anvisierten Kinder-/Jugendlichenleserschaft eher etwas schlichter zu schreiben als im "Schwan". Obwohl der "Schwan" bei mir von der Handlung her eigentlich auch immer ein Jugendbuch war ... Gut, aber bei "Wind und Feuer" stelle ich mir die Leser definitiv jünger vor. Manchmal ist mir schon so, als könnte ich einen oder zwei davon sehen, als würde ich ihnen die Geschichte erzählen, während ich tippe, und sie stupsen mich an und fragen: "Und dann? Und dann?!"

Und dann??! Tja, frage ich mich auch ;-) Sobald ich mit Schauplatz A fertig bin, werde ich wohl endlich entscheiden müssen,  wo genau Platz B sein wird. Ich weiß es zwar, eigentlich; aber ein paar abweichende Kleinigkeiten dazu, die mir nebenbei noch einfielen, haben sich als überraschend hartnäckig erwiesen. Ich werde einfach die Augen zumachen müssen und mir den Ort genau anschauen, der dann (hoffentlich) auftaucht. Die Musik wird wahrscheinlich dabei helfen, das tut sie immer.

Falls es von Interesse ist, die "Titelmusik" des Buchs ist bisher der "Slawische Tanz Nr. 2 in E-moll" aus Dvoraks Op. 72. Hat zwar einen seltsam unpassenden, unangenehm heiteren Zwischenteil, ist ansonsten aber einfach herzzerreißend. Und man hört geradezu, wie der Wind über die Notenblätter pfeift ... Die wunderschönen ersten zwei Minuten kann man sich übrigens hier anhören:

Slawischer Tanz Nr. 2 (Op. 72) auf Youtube

Mir persönlich ist diese Version (Dirigent steht leider nicht dabei) ein Tickchen zu flott und zu hart. Aber das ist immer Geschmackssache.

Als dann!
Lilach

Donnerstag, 5. Mai 2011

"Phantast"; Literatopia

Und noch eine kleine Nachricht hinterher, die mir beim Schreiben des letzten Posts einfiel: Bei Literatopia gibt es seit kurzem auch ein sehr schön gemachtes Online-Fantasy-Magazin, den "Phantasten". Vielleicht den einen oder anderen Blick wert?

Phantast herunterladen

Übrigens, die Literatopianer haben auch schon vor einer Weile mein Schwänchen rezensiert; ich hatte sie traditionell darum angebettelt (und bei der Gelegenheit dann witzigerweise entdeckt, dass sie noch Rezensenten suchten). Die Rezension von Judith - nicht unstreng, aber sehr, sehr fair, finde ich; wie sie eben immer schreibt - kann man hier nachlesen:

Der "Schwan" bei Literatopia

Es ist ein großartiges Gefühl, wenn auf einmal Menschen, die man überhaupt nicht kennt oder jedenfalls vorher noch nicht kannte, anfangen, über das eigene Buch selbst, ganz ernsthaft und sorgfältig und oft voller Leidenschaft, etwas zu schreiben. Als ob es ein Eigenleben entwickelt, so fühlt sich das an. Und das wirkt sich dann auch bei einem selbst wieder aus. Manchmal freut man sich über das, was man da liest; manchmal ärgert man sich; manchmal kratzt man sich auch nur am Kopf. Aber diese neue, eigene Lebendigkeit, die ist immer da. Und immer großartig.

So, genug Literatopia-Werbung für heute ;-)
Als dann -
Lilach

Nachtrag zum "Schwan"-Gewinnspiel

Das Gewinnspiel bei Literatopia ist jetzt vorbei. Ich habe denen, die mir geschrieben haben, dass sie teilnehmen wollen, ordentlich die Daumen gedrückt und hoffe sehr, es hat genützt!

Falls nicht, vielleicht tröstet das ja: Bei Literatopia gibt es längst schon wieder etwas Neues zu gewinnen. Schaut einfach vorbei, ich drück dann auch wieder ;-)

Als dann!
Lilach

Schreibjournal 5. Mai 2011

Wie beim Schwänchen vorher - wie überhaupt immer, wenn ich schreibe - habe ich auch bei "Von Wind und Feuer" am Anfang arg damit zu kämpfen, den ganz richtigen Ton zu finden. Umso mehr, als es diesmal ein Jugend - bzw. Kinderbuch werden soll. Jede Geschichte macht ja einerseits ihre eigene Musik, die man erst einmal ins Ohr bekommen muss; als müsste man einen inneren Sender fein einstellen. Andererseits sind es nachher eben nicht nur die eigenen Ohren, die diese Musik hören sollen; das muss also auch schon berücksichtigt werden. Ich schreibe deshalb diesmal deutlich kürzer und geradliniger als im verschnörkelten Schwänchen. Kindergedanken brauchen, glaube ich, mehr Platz als die von Erwachsenen, um selbst herumranken zu können.

Die Hauptfigur ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, obwohl ich lange damit zu tun hatte, den richtigen Namen zu finden. Namenstechnisch bewegt sich insgesamt auch noch einiges, da sind vor allem noch unangenehme Doppelklänge, die ich doch vermeiden möchte. Ansonsten gehört aber gerade die Namensfindung mit zum Schönsten, wenn man eine Geschichte beginnt, für mich jedenfalls. Man spricht die noch schemenhaften Figuren an, mit diesem Namen, dann mit jener Variation, dann mit noch einem anderen - und plötzlich antworten sie und werden lebendig. Wunderbar, das. Gar nicht zu beschreiben.

Vom Aufbau her hatte ich mit einem dummerweise selbst geschaffenen Problem zu kämpfen - eine Figur an einem ganz ungünstigen Ort, wo ich sie aber nicht wieder weg bekam, ohne alles durcheinander zu werfen. Alles Grübeln wollte nicht helfen. Unvernünftig, wie ich bin, gab ich es irgendwann vorläufig auf und telefonierte lieber stundenlang mit meiner wundervollen Agentin. Ist ja auch viel angenehmer, über zukünftige Projekte zu plaudern als über die, die aktuell Arbeit und Probleme machen ... ;-) Was half aber schließlich doch? Wie so oft die Konsultation einer besessenen Leserin, gleichzeitig erfreulicherweise eine großartige Freundin von mir. Problem gelöst, Autorin überglücklich - Figur in den Startlöchern für den nächsten Schritt.

Nächste Woche mehr, wenn Ihr mögt -
als dann, 
Lilach

Mittwoch, 4. Mai 2011

Kommentare im Blog

Nur eine fixe technische Meldung, ich habe die Kommentarfunktion hier direkt im Blog jetzt ausgeschaltet. Seit ich mich bei Facebook häuslich eingerichtet habe, kommen die meisten netten Botschaften eh darüber ;-) Und so kann ich dann hier aufhören, den Spamfilter zu durchsieben.

Als dann!
Lilach

Dienstag, 3. Mai 2011

Rezension zum "Schwan" auf der Phantastik-Couch

Ich freue mich so arg über diese Rezension von Verena Wolf, ich muss sie einfach unbedingt hier verlinken:

Zur Phantastik-Couch

Viel Spaß beim Lesen, sie ist auch toll geschrieben!

Als dann,
Lilach