Donnerstag, 23. Juni 2011

"Meine" Mina im Web - und weitere großartige Bilder um 1900

Lange Zeit hatte ich den Link verbummelt, aber jetzt habe ich ihn endlich wiedergefunden - den Link zu einem alten Foto, auf dem ein Mädchen im Konfirmationskleid zu sehen ist, das für mich "meine" Mina darstellt. Hier findet man sie:


Wenn irgendjemand wissen sollte, wer dieses Mädchen wirklich war - es wäre toll, wenn derjenige es mir schreiben würde. Ich habe so oft und so lange in dieses Gesicht geschaut ...

Auf der zugehörigen Seite wimmelt es übrigens nur so von großartigen Bildern aus Minas Zeit, es war eine Ausstellung, wenn ich das richtig verstanden habe. Unbedingt sehens- bzw. surfenswert! Hier ist nochmal der Einstiegslink:


Viel Spaß beim Herumstöbern dort, es lohnt sich wirklich.
Als dann!

Lilach

Mittwoch, 22. Juni 2011

"Könige der ersten Nacht", Bernhard Hennen

Lilach war fleißig und hat gleich noch die nächste ausstehende Rezension fertig gemacht, zu obigem Buch, das mir durchaus viel Lesevergnügen bereitet hat. Ich würde umso lieber auch ein Bild des Covers einstellen, das scheint aber heute nicht zu funktionieren.

Hier aber wenigstens mein Fazit:

„Könige der ersten Nacht“ ist ein gekonnt geschriebener, spannend erzählter und sorgfältig recherchierter historischer „Männer-Roman“, der aber nicht in die Falle exzessiver Gewaltschilderungen tappt. Gut gemachte Unterhaltung für etliche vergnügliche Stunden, verbunden mit einer unaufdringlichen Nachhilfelektion in mittelalterlicher Geschichte.

Vier von fünf Sternchen, ganze Rezension gibt es hier:

Rezension bei Literatopia

Ich habe persönlich-menschlich eine ganz große Zuneigung zu Bernhard Hennen - 2009, beim Heyne-Finale, war er ja Mitglied der Jury; und er hat damals so sanft und freundlich mit uns Frischlingen gesprochen, dass er mir wenigstens die allerschlimmste Angst vor der Lesung damit genommen hat. Werd ich nie vergessen.

Als dann!
Lilach

Dienstag, 21. Juni 2011

"Die Tochter der Seidenweberin", Ursula Niehaus

Nach kleiner Pause heute wieder eine neue Rezension von mir für Literatopia - ab jetzt sogar mit Buchcover, sieht doch wesentlich hübscher aus.

Fazit zum Buch:

„Die Tochter der Seidenweberin“ ist ein klassischer historischer Frauenroman, handwerklich solide gearbeitet, gut und leicht zu lesen, der allerdings an einigen typischen Schwächen des Genres und des Charakters als Nachfolgeband krankt.

Wie man erkennt, wurde ich nicht recht warm mit diesem Buch, was mir sehr leid getan hat - weiß ich doch inzwischen aus eigener Erfahrung, wie sehnlich man sich gute Besprechungen wünscht. Aber: Was wahr ist, muss wahr bleiben. Und so ergab sich am Ende nur eine mittelprächtige Bewertung. Weil Frau Niehaus' Vorgängerband vom Verlag als "Bestseller" apostrophiert wurde, hoffe ich allerdings, sie nimmt's nicht allzu tragisch ;-)

Wer gern mehr wissen will, findet's hier:

Rezension bei Literatopia

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 16. Juni 2011

Schreibjournal 16. Juni 2011: der große Abscheu, Phase 1

Nun ist es wieder soweit: "Wind und Feuer" liegt stumm auf meinem Schreibtisch, und allein der Gedanke, es anzufassen und weiter zu schreiben, widert mich an. Ach, muss das denn wirklich jedesmal so sein? Immer wieder diese Phasen, in denen man alles einfach nur noch schlecht findet, langweilig, deprimierend und unplausibel? In denen man jeden Satz, jedes einzelne Wort abgrundtief verabscheut? Warum eigentlich?!

Es war wirklich einfacher, als ich noch nur so für mich geschrieben habe. Da konnte ich Schluss machen, wann ich wollte. Alles in die Ecke pfeffern, wenn's mich angeekelt hat. Manchmal, wenn ich es dann Monate später wieder ausgegraben habe, war es dann vielleicht gar nicht mehr so furchtbar schlecht - manchmal schon. Aber ich konnte ja in jedem Fall einfach was Neues anfangen ...

Die Option ist nun dahin, niemand will Bücher, in denen ständig neue Geschichten anfangen und andere nie zu Ende erzählt werden. Ich auch nicht. Aber es ist so furchtbar deprimierend, sich durch Seite um Seite zu ackern und dann beim Wieder-Lesen alles mistig zu finden. Woher kommt das nur? Und wieso breche ich beim Schreiben ständig meine eigenen Regeln, ohne es zu merken? Da gibt es zum Beispiel bestimmte Wörter, die ich eigentlich nicht leiden kann; ich glaube, jemand hat sie mal "Faulheitswörter" genannt, bestimmte Adverbien meistens. Warum tauchen die trotzdem immer wieder auf? Wer schreibt die da eigentlich rein?? Ich kann es ja nicht sein, ich mag sie ja nicht. Irgendein grässlicher Kobold hockt da offenbar in meinem Kopf und tippt und kichert vor sich hin ...

Es muss an der Müdigkeit liegen, diesem endlosen grauen Meer, in dem ich jeden Tag ein bisschen mehr ertrinke. Aber was soll ich machen? Wenn ich die Geschichte nicht erzähle, so gut, wie ich es eben kann, wird es kein anderer tun. Ich habe ihr erlaubt, aus dem großen Geschichtenstrom in meinen Kopf zu sickern, und nun bin ich für sie verantwortlich, ob ich will oder nicht. Es ist wie ein Versprechen, das man der Phantasie gibt; ein Versprechen, das nicht gebrochen werden kann. Die Geschichten wollen erzählt werden. Und deshalb muss man sie erzählen.

Und vielleicht, vielleicht taucht dann doch irgendwann, irgendwo einmal ein einzelner Satz auf, der nicht ausschließlich grauenvoll ist ... ein hübsches Wort, das einen guten Klang mitbringt ... ein Bild, das sich richtig anfühlt. Darauf muss man warten. Denn dann geht es weiter.

Uff!

Als dann -
Lilach

Donnerstag, 9. Juni 2011

Zweiter "Phantast" ist da!

 Und noch eine kleine, aber feine Meldung aus der weiten Welt der Literatopia: Der neue "Phantast" ist gerade erschienen. Mit vielen lesenswerten Besprechungen und Artikeln und wunderschönen Grafiken. Zum Herunterladen gibt's ihn hier als PDF:



(Wow, ich habe es geschafft, den Link zum Cover einzufügen ... ;-))

Viel Spaß beim Durchstöbern - als dann!
Lilach

Schreibjournal 09. Juni 2011: Recherchedetails

Wie schon im vorigen Post kurz angedeutet, bei "Wind und Feuer" habe ich nun, kaum, dass es als Vorschlag an den Verlag rausgegangen ist, einige Details ändern müssen. Einfach typisch! Aber es ging nicht anders. Weil ich mir vorher natürlich wieder zu wenig wirklich genaue Gedanken über Zeiten und Orte gemacht hatte, ich blauäugiges Geschöpf (vielleicht taugt es ja als Entschuldigung, dass ich tatsächlich blaue Augen habe ...?). Zum Beispiel:

Ich wollte meine Leutchen aus dem ersten Schauplatz mit der Kutsche abreisen lassen. Erstens war ich mir noch nicht hundertprotzentig sicher, an welchen zweiten Ort denn genau - dazu habe ich schon einmal gepostet. Und zweitens war mir völlig unklar, wie schnell so eine Kutsche denn wohl fuhr - typischer Anfängerfehler. Für das "Schwänchen" brauchte ich das ja nicht zu wissen, da wird ja hauptsächlich per pedes durch Wald und Wiesen gestrolcht. Aber in "Wind und Feuer" ist es nun doch recht wichtig. Man möchte ja nicht eine Reise "ein paar Stunden lang" nennen, wenn sie in Wirklichkeit drei Tage gedauert hätte. Das sollte nicht sein.
Nun sind aber diese dussligen Kutschen tatsächlich furchtbar langsam gewesen, unvorstellbar. Das hat letzten Endes dazu geführt, dass ich mehrere Dinge ändern musste: Es gibt jetzt erst eine Zugfahrt (da wisst Ihr schon mal ein bisschen mehr über das Buch: Es gibt noch Kutschen, aber auch schon Eisenbahnen ... ;-)), da kommt man nicht drumrum. Und der wichtige zweite Schauplatz wird komplett verlegt, lustigerweise dorthin, wo ich ihn ganz zu Anfang eigentlich gesehen hatte. 
Ich konnte das Ganze auch gut verifizieren, habe nämlich liebste Verwandte aus der Gegend, die sich noch lebhaft an frühere Zeiten erinnern. Na, nicht bis ins Kutschenzeitalter, natürlich, aber immerhin.

Kurzzeitig war mir übrigens die Danziger Bucht vorgeschwebt, mit dieser entzückend eigentümlichen Halbinsel Hel oder Hela. Die war aus verschiedenen Gründen letztlich aber doch ungeeignet, unter anderem auch wegen der Entfernung - im Buch wie im Leben: Selbst mit Auto statt Kutsche ist es bis dort für mich ein bisschen weit, und ich möchte die Orte kennen, über die ich schreibe. Also: Adieu, Danziger Bucht, vielleicht ein anderes Mal!

Soweit für heut - als dann,
Lilach

Schreibjournal 09. Juni 2001: Nachtrag zum Alter bei Jugendbüchern u.a.

Es war nun tatsächlich genau so, wie ich es fast erwartet hatte: Alle Aufregung völlig umsonst, die Agentur mochte die beiden Hauptpersonen und ihr Alter einfach so, wie sie sind, und hat keinerlei Bedenken angemeldet. Uff! 

Nun liegt das Ganze beim Verlag - eine günstige Gelegenheit, gleich mal das eingeschickte Exposé umzuschreiben und auch die Leseprobe zu verändern! ;-) Habe ich natürlich gleich wahrgenommen, ich wusste schon, dass das passieren würde. War beim "Schwänchen" ganz genauso. Natürlich nix Wesentliches, das wäre dann schon problematisch, glaube ich. Aber eben doch einige Einzelheiten, die nicht ganz unwichtig sind. Aber dazu schreibe ich gleich noch etwas in einem eigenen Post.

Als dann!
Lilach